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Wuppertaler wollen im Schnitt 450 Euro für Geschenke ausgeben

Konjunktur : Wuppertaler wollen im Schnitt 450 Euro für Geschenke ausgeben

Bei der jährlichen Umfrage fällt die Summe kleiner aus als 2018. Dabei ist der Handel weiterhin optimistisch.

Das Budget der Wuppertaler für Weihnachtsgeschenke ist in diesem Jahr im Durchschnitt 449,90 Euro groß. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter rund 3000 Menschen in der Stadt. Letztes Jahr hatten die Antworten der Umfrage noch durchschnittliche Ausgaben von 482 Euro für Geschenke ergeben.

Die so genannte „Weihnachtsumfrage“ wird seit einigen Jahren von der „FOM Hochschule für Oekonomie und Management“ mit Sitz in Essen und vielen Hochschulzentren in ganz Deutschland durchgeführt. Dabei befragen Studierende mit standardisierten Fragebögen bundesweit 62 000 Menschen, quotiert nach Alter und Geschlecht. Wuppertal als Stadt wird erst seit drei Jahren gesondert ausgewertet.

2017 lag das Wuppertaler Durchschnittsbudget bei 463 Euro und damit gleichauf mit der deutschlandweiten Summe von 465 Euro. 2018 wollten die Befragten mit 482 Euro sogar mehr als der Bundesdurchschnitt (472,30 Euro) ausgeben, in diesem Jahr liegt die Summe ein ganzes Stück unterhalb des bundesdeutschen Schnitts von 475 Euro.

Ob dieser Rückgang in der Umfrage eine Aussage zur Stimmung in Wuppertal erlaubt, ist nicht klar. Andreas Boonekamp, Geschäftsführer des Kaufhauses Galeria Kaufhof, geht jedenfalls davon aus, dass die Umsätze im Weihnachtsgeschäft „ähnlich wie im Vorjahr“ ausfallen werden. „Wir nehmen den Standort leicht positiv wahr, ich bin sehr zufrieden mit den Zuspruch“, betont er.

Carina Peretzke, Sprecherin des Handelsverbands Rheinland, sagt, man erwarte einen Umsatz von 402 Millionen Euro in Wuppertal – „ein bisschen mehr als im letzten Jahr“. Deutschlandweit gehe man von einer leichten Umsatzsteigerung von zwei bis drei Prozent aus. „Die Arbeitslosenquote ist weiterhin niedrig, das Geld auf die Bank zu legen, lohnt sich nicht: Wir sind weiterhin in Kauflaune“, stellt sie fest.

WZ-Umfrage zeigt
ein gemischtes Bild

Eine kleine WZ-Umfrage in der Elberfelder City ergibt ein gemischtes Bild. Da erklären einige Befragte durchaus, sparsamer sein zu wollen, aus ganz unterschiedlichen Gründen: „Ich hatte in diesem Jahr viele Ausgaben“, sagt ein 49-Jähriger. Er gebe nicht mehr als 60 bis 70 Euro für Weihnachtsgeschenke aus. Seine Eltern sagen, dass sie etwa 100 Euro ausgeben wollen – „wie immer“. „Wir wollen uns weniger Stress machen“, ist die Begründung einer 50-Jährigen für eine Beschränkung ihrer Ausgaben – die dennoch bei etwa 500 Euro liegen.

Das Ehepaar Doris und Peter Mertens sagt, es wolle „so viel wie jedes Jahr“ ausgeben, etwa 150 Euro. „Es gibt eine Kleinigkeit und damit basta“, sagt Peter Mertens. Etwas „mehr als letztes Jahr“ werde es wohl bei ihnen werden, sagt Simon Ungefug, der mit Frau und zwei Kindern in der Stadt unterwegs ist. Das jüngere schlummert in der Trage vor seinem Bauch – und ist der Grund für das höhere Budget. Rund 500 Euro würden es wohl werden.

Das Bergische Konjunkturbarometer, eine Studie des Instituts für Unternehmensforschung und Organisationspsychologie der Wuppertaler Universität, stellt allerdings auch fest: „Überraschenderweise rechnet auch der Handel mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.“ Traditionell sei das vierte Quartal am umsatzstärksten. Offenbar werde aber dieser Effekt durch die allgemein abkühlende Konjunktur eingeebnet.

Laut „Konjunkturbericht Herbst“ der Bergischen Industrie- und Handelskammer bewerten die Einzelhändler ihre Geschäftslage als „befriedigend“ und nur etwas schlechter als im Frühjahr. Dabei seien die aktuellen Umsätze gesunken. „Die Unternehmen hoffen aber, dass sie ihre Umsätze in den kommenden Monaten zumindest geringfügig steigern und ihre Gewinne stabilisieren können.“