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Wuppertaler weltweit: Ohne Französischkenntnisse nach La Réunion

Wuppertaler weltweit: Ohne Französischkenntnisse nach La Réunion

Seit mittlerweile zehn Jahren wohnt Silke Bergerhoff auf der Vulkaninsel „La Réunion“. Dort leitet sie einen Einrichtungsladen.

Saint-Leu. Inmitten des indischen Ozeans, hat die Wuppertalerin Silke Bergerhoff ihr neues Zuhause gefunden. Wie so oft, war es die Liebe, die die heute 45-Jährige vor zehn Jahren auf die Vulkaninsel „La Réunion“ verschlug. „Es war eine Kurzschlussentscheidung. Ich habe einen Mann auf Mauritius kennengelernt und alles hingeschmissen,“ erzählt sie.

Bergerhoff wuchs in Cronenberg auf und hat vor ihrer Auswanderung im Luisenviertel gelebt. Heute betreibt sie erfolgreich einen Einrichtungsladen in Saint-Leu, einer 32.000-Seelen-Gemeinde im Westen der Insel. Nebenbei ist Silke Bergerhoff als Innenarchitektin tätig und plant Safaris für Touristen in Afrika.

Das Leben auf Réunion stellte sie anfangs vor einige große Herausforderungen: „Als ich weggegangen bin, habe ich kein Wort Französisch gesprochen. Einen Job hatte ich auch nicht in Aussicht. "Was folgte war ,Learning by Doing'", so Bergerhoff. Mittlerweile ist sie nicht nur der französischen Sprache mächtig, sondern auch selbstständig.

Heimweh im herkömmlichen Sinne hätte sie nicht, sagt die Auswanderin, aber: "Was mir sicherlich fehlt, sind die Leute in der Stadt, meine Freunde und Bekannte. Hier ist es für mich schwieriger eine solche Form der Bindung aufzubauen.“Auch ihre letzte Heimat, das Luisenviertel, fehle ihr, so die 45-Jährige. Aktuell macht ihr die Vorweihnachtszeit ein bisschen zu schaffen: „So bescheuert sich das anhört, ich werde immer melancholisch, wenn Freunde etwas über den Weihnachtsmarkt posten.“

Nach Deutschland kommt Bergerhoff nur selten. Drei Jahre seien bereits seit ihrem letzten, kurzen Wuppertalbesuch vergangen. 2006 kam erstmals der Gedanke zurückzukehren, als die Beziehung mit ihrem damaligen Partner in die Brüche ging. Bergerhoff: „Er war der Hauptgrund aus Deutschland wegzugehen. auch beruflich lief es zu der Zeit nicht besonders prickelnd.“ Nichtsdestotrotz entschied die Auswanderin zu bleiben: „Ich bin kein Mensch der etwas anfängt und plötzlich wieder alles abbricht,“sagt sie.

Derzeit lebt Bergerhoff zusammen mit ihrem Lebensgefährten Jerome und ihren drei Hunden Lucy, Chioma und Chimelu auf der Insel. Ob sie jemals zurück nach in die Heimat geht, weiß sie nicht, so Bergerhoff. Das hinge vor allem von der beruflichen Perspektive in Deutschland ab.

An eine weitere Auswanderung hätte sie aber durchaus schon gedacht: „Vielleicht in ein neues Land, das mich reizt.“