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Wuppertaler Verein unterstützt Kinder in Südafrika mit Musikunterricht

Hilfe : Verein unterstützt Kinder in Südafrika

Wolfgang Ebert engagiert sich seit Jahren im Förderverein Baragwanath. Gerade in Corona-Zeiten sei die Arbeit wichtig, aber nicht gerade einfach.

Es gibt kaum einen Winkel in der Welt, der durch das Coronavirus nicht entscheidend berührt wird. Das gilt auch für das Projekt der Kronendal Music Academy (KMA) für benachteiligte Kinder in Südafrika. Eine Initiative, die Wolfgang Ebert seit Jahren ans Herz gewachsen ist. 

„Gerade die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen und zu spielen, hilft den Kindern dort in ihrer Lebensentwicklung. Es macht sie stolz und stärkt ihr Selbstgefühl“, schwärmt Ebert von dem Projekt Baragwanath e.V., das 1999 von Dwyn Griesel  ins Leben gerufen worden ist.

Mit dem Land verbindet den Wuppertaler Vorsitzenden der Fördervereine für südafrikanische Projekte eine tiefe Sympathie, seit der frühere Wuppertaler Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Rudolf Dressler ihn 1995 zur Reise nach Südafrika einlud, wo damals erstmals nach 300 Jahren Apartheid freie Wahlen stattgefunden hatten. Es war der Auftakt zum Aufbruch in eine neue Zeit. „Acht Tage, in denen ich unheimlich viel gelernt habe“, erinnert sich Ebert, der damals im Regionalbüro „Arbeit und Leben“ für die politische Erwachsenenbildung zuständig war.

Zahlreiche Studienreisen mit jeweils rund 30 Teilnehmern schlossen sich an, und die Delegationen lernten auch die Schattenseite des jungen Staates kennen. Etwa die großen Säle in den Krankenhäusern, in denen die Patienten auf Matten oder direkt auf dem Fußboden lagen oder den Mangel an medizinischem Gerät.

„Wir haben einen Förderverein gegründet und bei den nächsten Besuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten, versucht, die ärgsten Mängel zu beheben“, sagt Wolfgang Ebert und lobt dabei das Engagement der rund 100 Mitglieder. „Mit deren Hilfe sind bisher rund 90 000 Euro an Hilfen zusammen gekommen.“

Verein sammelt Spenden für
die Projekte in Südafrika

Mit der KMA will man jetzt jungen Künstlern ermöglichen,  zu „einkommenschaffenden“ Leistungen zu gelangen  und öffentlich aufzutreten. „So wie im vorigen Jahr eine Jazz-Band der KMA auf Deutschland-Tournee gegangen ist“, erinnert Ebert.

Doch Corona erschwert das Projekt, zu dem auch die Ernährungssicherheit der rund 100 Schülerinnen und Schüler  gehört. Hausbesuche waren erforderlich, die aber auch den Lehrern einen Einblick in das häusliche Leben der Kinder gab, die ihre Instrumente in der Zeit der harten Sperrung zu Hause hatten. Probleme für die unterstützenden Eltern, die vom Verkauf ihrer kunstgewerblich geschaffenen Andenken an Touristen leben. „Aber bei Corona kann von Touristenströmen keine Rede mehr sein“, stellt Wolfgang Ebert fest, der bei vielen Reisen von seiner Frau Gabriela begleitet wird.

Trotzdem will man in Südafrika den Teufelskreis der Armut durchbrechen und das Leben der am stärksten gefährdeten Menschen dieser Region unterstützen und ihnen die Möglichkeit geben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. „Dabei wollen wir ihnen helfen“, sagt Wolfgang Ebert und hofft, dass es viele Menschen gibt, die über den Tellerrand hinausblicken und den Förderverein für südafrikanische Projekte unterstützen. „Die voll abzugsfähigen Spenden kommen eins zu eins an“, versichert der seit 20 Jahren für die südafrikanischen Projekte arbeitende Fördervereinsvorsitzende.

aul-bergmark.de