1. NRW
  2. Wuppertal

Wuppertaler Verein kämpft für die Bundesgartenschau-Pläne

Zukunftsplan : Warum ein Verein in Wuppertal mehr denn je um die Bundesgartenschau-Pläne ringt

Bürgervereine und „Wuppertal aktiv“ ringen um die Ausrichtung der Bundesgartenschau 2031. Politisch ist die Einigkeit dahin.

Die Einigkeit zwischen CDU und SPD ist dahin, auch bei dem Plan, dass Wuppertal sich um die Ausrichtung der Bundesgartenschau im Jahr 2031 bewirbt. Dabei habe der Stadtrat noch im Juni eine Vorhabenliste für Wuppertal beschlossen. „Und da stand die Bundesgartenschau auf der Liste“, sagt Peter Vaupel. Nun ist der Vorsitzende des Stadtverbandes der Wuppertaler Bürgervereine mit seinem Stellvertreter, Altoberbürgermeister Peter Jung, sowie Antje Lieser, Holger Bramsiepe und Jürgen Harmke vom Stadtmarketingverein Wuppertal aktiv angetreten, um zu retten, was noch zu retten ist.

Denn zuletzt hat die CDU die Macher einer Bundesgartenschau in Wuppertal unangenehm überrascht. Aus Kreisen der Christdemokraten regt sich Widerstand gegen die Idee, mehr noch, die CDU hat sie im Grunde bereits beerdigt. An die Stelle der Schau soll eine Bewerbung um die Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2040 treten. Bei Vaupel und seinen Mitstreitern löst das ungläubiges Staunen aus. Die Bundesgartenschau rückt in weite Ferne, zumal auch die Grünen als Partner der CDU im Stadtrat das Projekt ablehnen.

Die Vereinbarung zwischen den Vereinen und hochrangigen Vertretern der Stadt sowie von SPD und CDU ist 2018 geschlossen worden. Damals traf sich der Kreis der Interessierten unter der Moderation von Uni-Rektor Prof. Lambert Koch in der Gesellschaft Concordia. Es ging um den aus finanzieller Sicht richtigen Zeitpunkt für eine Bewerbung. „Mit Stadtkämmerer Johannes Slawig haben wir uns damals auf 2031 geeinigt. Er sagte, dass ein früherer Zeitpunkt kaum zu finanzieren sei, 2031 aber möglich wäre“, erinnert sich Vaupel im Gespräch mit der WZ.

Tatsächlich geht es bei der Bundesgartenschau um viel Geld. Sie wird mit einem Investitionsvolumen von etwa 150 Millionen Euro kalkuliert, etwa 71 Millionen Euro müsste Wuppertal beisteuern. Aus diesem Grund drängen Bürgervereine und Wuppertal aktiv auch auf eine schnelle Einigung im politischen Raum. Dann wäre noch genügend Zeit, einen Großteil des städtischen Eigenanteils anzusparen.

Die Bundesgartenschau berühre die gesamte Bevölkerung

Für Altoberbürgermeister Peter Jung ist die Frage der Bundesgartenschau auch mit der Zukunftsfähigkeit der Stadt verbunden. Es sei das Projekt, das die gesamte Gesellschaft berühre. „Wenn wir Dinge finanzieren, die nur ein kleiner elitärer Kreis nachfragt, dann müssen wir auch eine Bundesgartenschau möglich machen, die für jeden etwas hat, egal ob Unternehmer oder Hartz-IV-Empfänger.“

Holger Bramsiepe sieht in der Gartenschau auch ein Infrastrukturprojekt. Für ihn geht es nicht um ein paar Blümchen, sondern um die Attraktivität Wuppertals. Zu der soll unbedingt auch die Hängebrücke zwischen Königs- und Kaiserhöhe sowie eine Seilbahn vom Zoo zur Königshöhe beitragen, die möglicherweise auch in öffentlich-privater Partnerschaft finanziert werden könnten. Aktuell sind für die Brücke Baukosten in Höhe von 16 Millionen Euro prognostiziert. „Sie hätte auch den Vorteil, das Radwegenetz der Stadt zu ergänzen“, sagt Antje Lieser. „Und die Seilbahn macht den Zoo auch für Menschen erreichbar, die nicht mehr so gut zu Fuß sind“, fügt Jung hinzu.

Ob das alles so kommt, steht derzeit wieder in den Sternen. Am vergangenen Freitag hat die CDU auf Worte reagiert, die Uni-Rektor Koch am Samstag zuvor in seiner Laudatio auf den neuen Ehrenbürger Ernst-Andreas Ziegler gesprochen hatte. Darin sprach sich Koch wie schon in den vergangenen zwei Jahren dafür aus, den Mut zu finden, eine Bundesgartenschau nach Wuppertal zu holen. Der Uni-Rektor hatte vor geraumer Zeit für das Projekt beim Land NRW vorgesprochen und sowohl von Umweltministerin Ursula Heinen-Esser als auch von Staatsekretär Jan Heinisch Unterstützung signalisiert bekommen.

Umso irritierende ist für die Vorkämpfer der Gartenschau die Volte der CDU. Sie wurde am vergangenen Freitag von Parteichef Rolf Köster mit Kosten begründet und mit den Folgen, die das Corona-Virus für die Finanzlage der Stadt habe. Um dem Projekt noch eine Chance zu geben, schlägt Köster nun einen Initiativkreis vor, der die Möglichkeiten sondieren soll, die Bundesgartenschau in Wuppertal doch noch zu ermöglichen.

Damit greift der CDU-Chef zumindest im Ansatz auf, was Wuppertal-aktiv-Vorstand Bramsiepe mit Nachdruck erklärt: „Es kann doch nicht sein, dass so ein Projekt aus einem Bauchgefühl heraus vom Tisch gewischt wird. Das braucht Fakten und eine sachliche Bewertung.“ Nach seinen Informationen hätten die bisherigen Bundesgartenschauen in Deutschland nicht nur ihre Kosten gedeckt, sondern kurz- und langfristig erheblichen Nutzen erzeugt.