Gut für Wuppertal Verein hilft Frauen rund um das Thema Baby

Elberfeld. · Für die wichtige Arbeit einer Hebamme sammelt Pro Familia auf Gut für Wuppertal Geld.

 Hebamme Michaela Pfeiffer (li.) betreut auch Tachmina und Osinot.

Hebamme Michaela Pfeiffer (li.) betreut auch Tachmina und Osinot.

Foto: Schwartz, Anna (as)

Geflüchtete schwangere Frauen kommen in Deutschland in eine Gesellschaft, die ihnen in vielerlei Hinsicht erst einmal fremd ist. Hier setzt das Projekt „Ins neue Leben begleiten“ von pro familia an: Familienhebamme Michaela Pfeiffer besucht die Frauen, begleitet sie zum Arzt, erklärt das deutsche Gesundheitssystem, beantwortet Fragen zu vielerlei Schwierigkeiten. Doch das Projekt wird ausschließlich über Spenden finanziert. Deshalb bittet pro familia auf der Plattform Gut für Wuppertal um Zuwendungen.

„Für präventive Maßnahmen ist immer zu wenig Geld da“, bedauert Michaela Pfeiffer. Erst wenn es ernsthafte Probleme gibt, stehen den Familien staatlich finanzierte Möglichkeiten offen. Doch oft können kleine Hilfestellungen spätere Probleme verhindern. Rund fünf Stunden pro Woche kann sich die Familienhebamme von pro familia – je nach aktueller Spendensituation – um geflüchtete Frauen mit Kindern unter einem Jahr kümmern.

„Viel geht es dabei um praktische Fragen“, erzählt die Hebamme. Sie begleitet die Frauen zum Kinderarzt, damit sie sich später trauen, dort auch ohne ihren Partner hinzugehen. „Das Hauptziel ist es, die Frauen an unser Gesundheitssystem anzubinden.“ Oder sie begleitet sie in einen Drogeriemarkt und zeigt ihnen, was für verschiedene Baby-Gläschen, Windeln oder Flaschennahrung dort angeboten werden. Sie spricht mit den Müttern über eine gesunde Ernährung des Babys und über Säuglingshygiene. Häufig ist die Sprachbarriere groß; dann hilft eine erfahrene Übersetzerin sensibel beim Besprechen der Themen rund um Geburt und Neugeborenes.

„Das erste Lebensjahr ist das turbulenteste eines Kindes – da ist etwas Stabilität sehr hilfreich“, betont Michaela Pfeiffer. Frisch in Deutschland angekommene Familien fühlen sich schnell sehr alleine, insbesondere, wenn sie vorher im Verbund einer Großfamilie gelebt haben. Die Familienhebamme informiert die Mütter auch über Stilltreffs und Eltern-Kind-Gruppen, wo sie neue Kontakte knüpfen können. Bei Bedarf kann die Hebamme zusätzliche Helfer vermitteln – sie ist eng vernetzt mit dem Ressort Zuwanderung. „Manche Frauen kommen auch in einem sehr kranken Zustand nach Deutschland“, hat Michaela Pfeiffer erlebt. Für solche Frauen ist der Zuspruch der Hebamme besonders wichtig, damit das Kind nach der Geburt sicher und behütet aufwachsen kann.

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