Müll Wuppertaler Verbraucherzentrale informiert über Mehrweg-Verpackungen

Wuppertal · Essen zum Mitnehmen - aber bitte ohne Abfall. Das ist das Motto.

 Essen zum Mitnehmen: Diesen Trend hat Corona noch verstärkt.

Essen zum Mitnehmen: Diesen Trend hat Corona noch verstärkt.

Foto: dpa/Marijan Murat

Der „Tag des guten Lebens“ ist mehr als nur ein Aktionstag. Dafür sorgt das digitale Begleitprogramm, das über den 20. Juni hinausgeht. In diesem Rahmen bot die Verbraucherzentrale Wuppertal am Dienstagabend einen Online-Workshop an. Moderiert von Umweltberaterin Caroline Pilling ging es um „Essen zum Mitnehmen, aber bitte ohne Abfall“. Ein Thema, an dem man buchstäblich nicht mehr vorbeikommt. Die Berge von Verpackungen, die beim Außer-Haus-Konsum von Essen anfallen, steigen seit Jahren an – ein Trend, der sich durch Corona noch verstärkt hat. Als „wilder Müll“ landen immer mehr Plastikteile an europäischen Stränden.

Gegen diese Fehlentwicklungen richtet sich eine EU-weite Verordnung, die ab 3. Juli in Deutschland gilt und Einwegprodukte von Wattestäbchen bis Geschirr aus Styropor verbietet. Die „Lücken“ der neuen Verordnung sprach Pillings Kollegin Anne Sprinz an. Es seien zu wenige Produkte auf die Verbotsliste gesetzt worden. Und weil diese nur Kunststoffe erfasse, sei es möglich, dass die Hersteller auf „andere schlechte Einwegprodukte“ auswichen.

Materialien wie Pappe und Palmblatt seien genauso oder noch schlechter als Plastik. Aluminium habe sogar eine deutlich negativere Öko-Bilanz. Daher brauche es zu allen „Einweg-Varianten“ eine Alternative. „Nur Mehrweg ist wirklich besser“, betonte Sprinz und wies auf die Initiative „Essen in Mehrweg“ hin. Dieser gehören bundesweit über 100 Gastronomiebetriebe an, die das Abfüllen von Speisen in Dosen und anderen Mehrwegbehältern ermöglichen wollen.

Diesen Ansatz will auch die Verbraucherzentrale fördern. Spätestens im August, sagte Pilling, werde ein Flyer mit Betrieben aus der Region veröffentlicht, die solche Mehrweg-Angebote machen. Die Liste wird auch online gestellt, um sie fortlaufend aktualisieren zu können. „Da ist noch viel Aufklärungsbedarf“, so Sprinz.

Von guten Erfahrungen berichtete Laura Bernsau, die aus Düsseldorf zugeschaltet war: „Ich bringe eigentlich überall meine eigenen Sachen mit. Das funktioniert vor allem in kleinen Läden gut.“ Vom negativen Einfluss der Hygiene-Maßnahmen sprach eine Wuppertaler Teilnehmerin. In Geschäften, wo sie früher mitgebrachte Brotbeutel nutzen durfte, sei das derzeit nicht erwünscht.

Katharina Jeep aus Viersen brachte das Thema Pfandsysteme ein. Dass man in Betrieben und Kantinen Tassen gegen Pfand bekomme, sei ja schon länger üblich. Nun gebe es erweiterte Angebote mit Speiseschüsseln, die sogenannten Bowls. Bei übergreifenden Systemen gebe es außerdem die Möglichkeit, Tasse oder Schlüssel an verschiedenen Stellen zurückzugeben. Bernsau sah allerdings die Grenzen dieses Konzepts: „Man muss schon viel Geld in die Hand nehmen, um in so ein Pfandsystem hineinzukommen.“