Bildung Troxler-Schule stellt Weichen für nachhaltigere Zukunft

Barmen · Schüler nehmen am Projekt „CO2ero“ und am Landesprogramm „Schule der Zukunft“ teil

 Lehrerin Sabrina El Laban und Gartenbaulehrer Malte Randow (beide rechts im Bild) mit ihren Schülern.

Lehrerin Sabrina El Laban und Gartenbaulehrer Malte Randow (beide rechts im Bild) mit ihren Schülern.

Foto: ANNA SCHWARTZ

Die Troxler-Schule in Barmen möchte sich im kommenden Schuljahr mit Nachhaltigkeit beschäftigen. Dafür nimmt sie sowohl am Projekt „CO2ero – Klimaneutrale Waldorfschulen“ als auch am Landesprogramm „Schule der Zukunft“ teil. Beide Programme bieten viel Material und Anregungen und ermöglichen den Austausch mit anderen teilnehmenden Schulen.

„Wir wollen auf dem Weg, den wir schon lange beschreiten, noch eine Schippe obendrauf legen“, erklärt Verwaltungsleiter Hartwig Schürmann. Schon heute erzeugt die Troxler-Schule mit einer Solaranlage auf dem Dach ihren eigenen Strom. Beheizt wird das Schulhaus klimaneutral mit Fernwärme aus dem Müllheizkraftwerk. „Wir haben jetzt erst einmal einen umfassenden Fragebogen ausgefüllt, um zu erkennen: Was haben wir schon gemacht, was können wir noch tun?“, erklärt Hartwig Schürmann.

Regionales Essen auf
dem Mittagstisch

Als erstes möchte die Schule beim Mittagessen ansetzen. „Wir haben schon immer versucht, regionales Essen geliefert zu bekommen“, sagt der Verwaltungsleiter. Es sei jedoch schwierig, bezahlbares, biologisches und gleichzeitig leckeres Essen aus der Region zu erhalten. Ab nächstem Schuljahr wird die Troxler-Schule jetzt von einer anderen Waldorfschule in der Nähe beliefert.

Schwieriger ist das Thema Mobilität an der Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung. Die meisten Schüler werden morgens mit Kleinbussen zur Schule gebracht. Die wenigsten von ihnen sind in der Lage, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Bei den Lehrern sieht Hartwig Schürmann allerdings Potential: „Was kann uns dazu motivieren, uns umweltfreundlich zu bewegen?“ Der Umgang mit der Natur und das Anpflanzen von Gemüse ist hingegen schon lange Tradition an der Schule. Die Schüler lernen viel über sinnliche Erfahrungen. Wenn sie sehen, wie Möhren und Bohnen wachsen und diese anschließend in der Schulküche selbst verarbeiten, verinnerlichen sie automatisch eine gesunde Ernährung. In jedem Klassenraum steht auch ein Biomülleimer, den die Schüler im Kompost entleeren und später zur Düngung verwenden. Im Oktober macht die Troxler-Schule einen Workshop mit den Experten von CO2ero. Dann wollen sie gemeinsam erarbeiten, wie sie ihr Schulleben noch klimafreundlicher gestalten können.

In der ersten Runde mit sechs Teilnehmern im laufenden Schuljahr haben die Organisatoren von CO2ero schon festgestellt, dass die zentralen Punkte an Schulen Wärme, Mobilität, Strom und Ernährung sind. Allerdings haben die Lockdowns viele Maßnahmen erschwert. „Gerade die Erfassung der Treibhausgase im Bereich der Mobilität war schwierig, weil die Schüler und Lehrer nur sehr unregelmäßig zur Schule gefahren sind“, erklärt Ilmari Binder von CO2ero. Er freut sich darauf, mit der Troxler-Schule und dem Anthropoi Bundesverband nun auch Maßnahmen für Menschen mit Assistenzbedarf zu entwickeln. „Die Erfahrungen wollen wir dann so aufbereiten, dass andere Einrichtungen direkt selbst loslegen können.“

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