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Wuppertaler Toelleturm: Corona verzögert Brunnen-Sanierung

Denkmal : Toelleturm: Corona verzögert Brunnen-Sanierung

Der Brunnen muss dringend restauriert werden – zuletzt waren die Kosten auf 40 000 Euro geschätzt worden.

Lange Zeit war der Springbrunnen am Toelleturm wegen der aufgetretenen Schäden mit hohen Gittern und rotweißem Flatterband abgesperrt. Flatterband und Gitter sind inzwischen verschwunden, doch wer jetzt als oberflächlicher Beobachter geglaubt hatte, dass nun auch die Schäden beseitigt seien und das Wasser wieder fröhlich sprudeln würde, der sah sich enttäuscht. Das einstmals prachtvolle Bauwerk verrottet weiter und Wasser fließt nur und sammelt sich an, wenn es regnet.

„Passiert ist nichts“, ist Bezirksbürgermeister Hans Hermann Lücke sichtlich erbost und zeigt auf den Schlamm am Boden der untersten Brunnenschale und auf die herausgebrochenen Stellen an den oberen der insgesamt drei Schalen. „In diese Lücken dringt Wasser ein, und wenn die ersten Fröste kommen, dann werden weitere Teile abgesprengt“, erklärt Lücke und warnt: „In unmittelbarer Nähe ist ein viel benutzter Kinderspielplatz. Da liegt es nahe, dass die Kinder herüber laufen und auch in den Brunnen klettern. Was ist, wenn dann Gesteinsstücke herunter fallen und die Kinder verletzen?“

Den Brunnen hat das Unternehmen Vorwerk aus Anlass seines 100-jährigen Bestehens der Stadt gestiftet. 1929, im Jahr der Stadtgründung, wurde er eingeweiht. Als vor drei Jahren zum ersten Mal der aktuelle Zustand des Brunnens angemahnt worden war, da standen 10 000 Euro als Kosten für eine Sanierung im Raum.

Denkmalamt unternimmt
derzeit keine Dienstreisen

„Davon wollte die Bezirksvertretung aus ihren freien Mitteln die Hälfte übernehmen“, erinnert Lücke. Doch dann wurden nach einem Gutachten Hohlräume in der Konstruktion festgestellt, und die Aufwendungen hierfür mit 40 000 Euro veranschlagt.

Zwischenzeitlich war auch der ehemalige Landtagsabgeordnete Manfred Sanden, selbst Anwohner im exklusiven Wohnviertel, bei der Nachbarschaft vorstellig geworden und hatte für die Restaurierung Spenden eingeworben. Doch dann hatten die potenziellen Sponsoren ihre Geldbörsen wieder verschlossen, weil das Wasser im Brunnen wieder plätscherte. „Der Brunnen sprudelt doch wieder. Da wird doch offensichtlich kein Geld benötigt“, hieß es.

Das war jedoch nur von kurzer Dauer, der Verrottungsprozess schreitet unaufhörlich fort, und die Kosten werden sich weiter steigern. Lücke sagt: „Hans-Uwe Flunkert, der Leiter des Gebäudemanagements, hat mir versprochen, dass der Brunnen restauriert wird. Und ich glaube ihm auch.“

Aber derartige Arbeiten müssten vom Amt für Denkmalschutz in Düsseldorf genehmigt werden. Und zwar nach einem Ortstermin. Da die Behörde in Corona-Zeiten aber keine Dienstreisen unternimmt, bleibt der attraktive Brunnen weiterhin trocken. „Die Sache liegt also zunächst einmal auf Eis“, erklärt Stadtsprecherin Ulrike Schmidt-Keßler.

Der heute denkmalgeschützte Brunnen wurde von dem in Elberfeld geborenen Bildhauer Paul Wynand geschaffen. Im untersten Becken saßen einst vier Putten aus Bronze, die mit Delfinen spielten. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie bei einer Metallsammlung entfernt und später nicht wiedergefunden. Der Brunnen wurde bereits mehrmals restauriert, unter anderem 1967.