Ukraine-Krise Wuppertaler Tafel richtet Notunterkunft für 200 Flüchtlinge ein

Wuppertal · Kaum eine Woche nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine bereitet sich auch Wuppertal auf die Ankunft von den Menschen vor, die bereits jetzt von den schweren Kämpfen traumatisiert aus ihrer Heimat flüchten müssen.

 Tafel-Chef Peter Vorsteher zeigt eine der Etagen, in denen nach dem Umbau Flüchtlinge untergebracht werden sollen.

Tafel-Chef Peter Vorsteher zeigt eine der Etagen, in denen nach dem Umbau Flüchtlinge untergebracht werden sollen.

Foto: Christof Köpsel

Um so schnell wie möglich eine große Anzahl von Flüchtlingen aufnehmen zu können, wird jetzt in Barmen in den Räumen der Tafel am Kleinen Werth eine städtische Erstaufnahmeeinrichtung hergerichtet. Wie der 1. Vorsitzende der Tafel, Peter Vorsteher, gegenüber der WZ am Montag mitteilte, sollen hier in Absprache mit der Verwaltung bis zu 200 Personen Platz finden.

Wann die Notunterkunft bezogen werden kann, ist noch unklar: „Der Krieg in der Ukraine ist erst vor wenigen Tagen mit dem Angriff Russlands ausgebrochen, deshalb ändert sich die Lage aktuell fast noch stündlich. Diese Entwicklungen müssen wir zunächst abwarten, weil heute nicht seriös einzuschätzen ist, wie viele Flüchtlinge tatsächlich nach Wuppertal kommen werden. Dazu müssen wir unsere Räumlichkeiten in Zusammenarbeit mit unseren Partnern anständig für die Menschen herrichten“, berichtet Vorsteher. Er geht davon aus, dass der Umbau der zwei Etagen, die bislang als Lagerraum für das Sozialkaufhaus der Tafel genutzt wurden, hin zu einer Erstaufnahmeeinrichtung noch etwa drei bis vier Wochen dauern wird.

So muss der Rohbau innen etwa noch neu verputzt und gestrichen werden.  Dazu werden noch eine Heizung sowie Sanitäranlagen installiert. Am Montag hatte sich bereits ein Trockenbaubetrieb bei Peter Vorsteher gemeldet, der ab Mittwoch die ersten Mitarbeiter für den Umbau abstellen wird. „Der Einsatz unserer Mitarbeiter und der Ehrenamtlichen ist fantastisch, trotzdem stehen wir vor einer Herkulesaufgabe. Vorgesehen ist nämlich, dass es auf jeder Etage einen Schlaf-, einen Aufenthalts- und einen Sanitärbereich geben wird“, skizziert der Tafel-Vorsitzende, der die dann anfallenden Kosten bislang noch nicht absehen kann. Feldbetten und andere Möbel stellt die Stadt zur Verfügung, die nach dem Ende der Flüchtlingskrise 2015 noch eingelagert sind.

Die Entscheidung auf das kurzfristige Angebot der Tafel, die Wuppertaler Flüchtlingsunterkunft in Barmen einzurichten, fasste die Verwaltungsspitze um OB Uwe Schneidewind schnell. „Wir haben die nötige Infrastruktur zur Versorgung von vielen hilfsbedürftigen Menschen direkt im Haus. In unserer Küche können wir tausende Mahlzeiten kochen und die unzähligen Sachspenden, die bereits jetzt eintreffen, über das Sozialkaufhaus auch direkt an die Menschen weitergeben“, erklärt Kaufhausleiter Uwe Wunderlich die Aufgaben der kommenden Wochen. Zusammen mit Peter Vorsteher geht er davon aus, dass die Räumlichkeiten der Tafel noch über Monate als Notunterkunft bereitstehen müssen: „Dieser Krieg hat gerade erst begonnen und ein Ende der Kampfhandlungen ist hier leider nicht abzusehen.“