Wuppertaler Sudbürger kritisieren die Qualität der Zufahrtsstraßen

Verkehr : Sudbürger kritisieren die Qualität der Zufahrtsstraßen

Für die Oberheidter Straße gibt es einen Lichtblick: Die Stadt will sie 2020 sanieren.

Die Fahrt nach Sudberg führt stellenweise über unschöne Buckelpisten. Peter Vorsteher, Vorsitzender der Sudbürger, kritisiert den Zustand der Zufahrtsstraßen ins Quartier. „Wir haben hier einige Straßen, die im schlechten Zustand sind“, sagt er. Gerade das Waldstück auf der Straße Oberheidt, kurz vor dem Restaurant Schnee, sei für eine Sanierung überfällig. Ebenso „abenteuerlich“ sei die Verbindungsstrecke von der Morsbachtalstraße nach Sudberg hoch (ebenfalls Oberheidt).

Bei der Stadt Wuppertal ist das Problem bekannt. Seit sie erstmals detailliert den Zustand ihres gesamten Straßennetzes erfasst und fast 1000 Kilometer Fahrtstrecke mit einem speziellen Kamerawagen abfahren ließ, ist der Zustand jeder einzelnen Straße kategorisiert. In Sudberg fällt auf, dass sich die meisten Straßen nicht mehr im grünen Bereich befinden. Die zwei von Peter Vorsteher angesprochenen Teilstücke erhielten die zweitschlechteste Klassifizierung – eine 7 von 8. Bedeutet: schlechter Zustand, intensive Beobachtung erforderlich, Maßnahmen planen. Es geht in Sudberg aber noch schlimmer: Auf den Straßen Beckeraue, an der Grenze zu Remscheid, und auf der Mittelsudberger Straße sollte man am besten über einen Geländewagen verfügen. Das Fazit der städtischen Untersuchung: sehr schlechter Zustand, Maßnahmen überfällig. Schlimmer geht’s nicht.

Doch plant die Stadt wirklich, in Sudbergs Fahrbahndecken zu investieren? Zumindest im Fall Oberheidt hilft dem Ortsteil jetzt der Zufall. Wie eine WZ-Anfrage bei der Stadt ergab, gibt es genau dort eine defekte Gasleitung, die im Jahr 2020 erneuert werden soll. „In dem Zusammenhang wird dann auch ein Teil der Fahrbahndecke erneuert“, sagt Stadt-Sprecher Simeon Fassbender. Ein genaues Datum steht noch nicht fest. Unklar ist auch, wie weitflächig die Sanierung der Fahrbahn ausfallen wird.

Baustelle Hahnerberger Straße: Ein Ende ist in Sicht

Das Zufahrtsstraßen-Problem hat sich in Sudberg auch deswegen verschärft, weil seit September 2017 viele Autofahrer aus Richtung Remscheid kommend Sudberg als Verbindung nach Cronenberg nutzen. Denn: Seit nun mehr als zwei Jahren buddeln die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) an der Kreuzung Hastener Straße/Hahnerberger Straße und diese beliebte Anbindung ist gesperrt.

Doch auch hier gibt es ein Licht am Ende des Tunnels. Wie die WZ erfuhr, sollen die WSW-Arbeiten voraussichtlich Ende November endlich abgeschlossen sein. Sascha Burghoff, bei den WSW für die Baustellen zuständig, entschuldigt die größere Verzögerung bei der Maßnahme. Die WSW hat einen neuen Regen- und Schmutzwasserkanal sowie Stromleitungen verlegt. „Dabei sind wir auf massiven Fels getroffen, was die Arbeiten stark aufgehalten hat“, sagt Burghoff. Auch musste zusätzlich eine Gasverteilerstation eingebaut werden. Im Rahmen der Arbeiten hat die WSW Fahrbahn und Gehweg erneuert. Nun sind die Stadtwerke fast durch. Im Auftrag der Stadt werde in den kommenden Wochen noch der Kreuzungsbereich erneuert.

Für Peter Vorsteher bleibt der Zustand der Sudberger Straßen ein Ärgernis. Das sei ein weiteres Anzeichen dafür, dass städtische Investitionen ausschließlich in der Talachse gemacht werden und nicht auf den Südhöhen. Der Sudbürger sagt: „Hier wird das Geld verdient, aber investiert wird es woanders.“

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