Wuppertaler Studierende fördern die Gesundheit

Präventionsarbeit : Studierende fördern die Gesundheit

Unter der Leitung des Hochschulsports der Uni Wuppertal werden drei Projekte im Gesundheitsmanagement durchgeführt.

Studenten sind jung und fit – so sollte man meinen. Und doch sind sie körperlichen Belastungen ausgesetzt: „Wir sitzen tagtäglich im Hörsaal, das lässt sich nicht vermeiden“, stellt Lehramtsstudentin Jana Deimann fest. „Außerdem sind die Sitzgelegenheiten in den Hörsälen nicht gerade rückenfreundlich.“ Ihr Kommilitone Erik Krieger fügt hinzu, zu viel Sitzen im Alltag könne zu einer Vielzahl an Beeinträchtigungen führen, „von einer steifen Wirbelsäule und Hüfte bis hin zu Stoffwechsel-, Herz- und Kreislauferkrankungen“. Der Lösungsansatz der beiden Studierenden heißt „Get fit while you sit“: Durch spezielle luftgefüllte Kissen sollen Hüfte und Wirbelsäule beim Sitzen im Hörsaal mobil gehalten werden.

„Get fit while you sit“ ist eines von sieben Projekten, die im Rahmen des Seminars „Bewegte Universität“ unter der Leitung des Hochschulsport-Teams konzipiert und im Februar bei einem Pitch präsentiert wurden. Eine Jury aus Experten der Techniker Krankenkasse und der Leitung des Hochschulsports wählte anhand von Kriterien wie Innovation, Umsetzbarkeit und Nachhaltigkeit drei Projektideen aus, deren Umsetzung mit jeweils 1000 Euro von der TK bezuschusst wird. Deimann und Krieger konnten von diesem Budget unter anderem 90 Sitzkissen erwerben und diese an zwei Tagen in der vergangenen Woche Studierenden in verschiedenen Vorlesungen testweise zur Verfügung stellen. „Unser Projekt hat gesessen“, freute sich Erik Krieger im Anschluss. Zwischen 35 und 45 Sitzkissen seien im Schnitt pro Vorlesung genutzt worden und auch Beschäftigte der Universität hätten bereits Interesse geäußert. 20 Kissen werden nun in Folge der Aktionstage an Studierende verlost, der restliche Bestand soll dazu dienen, weitere Angebote zu schaffen.

Davon, dass Gesundheit nicht immer Sport heißen muss, sondern sich Bewegung auch durch „ein niederschwelliges Angebot in den Alltag integrieren“ lässt, sind auch Kristina Rehmeier und Laura Wulff überzeugt. „Keep going“ heißt der Leitspruch ihres Projekts, das den Fußweg zur Uni aktiv bewerben soll. Die Lage der Bergischen Universität verleitet einen Großteil der Studierenden dazu, den Weg zwischen Universität und Hauptbahnhof mit dem Bus zurückzulegen. „Die Busse sind proppevoll“, beschreibt Laura Wulff das tägliche Szenario an der Haltestelle „Historische Stadthalle“. „Da ist man manchmal schneller gelaufen, als sich auch noch in den Bus zu quetschen.“ Am 24. Juni können Studierende zwischen 10 und 16 Uhr den Weg vom Hauptbahnhof zur Universität im eigenen Tempo abgehen, bei Laune gehalten von Aktionen wie etwa einem Glücksrad. „Man muss am Tag rund 10 000 Schritte gehen, um fit zu bleiben“, erklärt Wulff. Mit einem Weg zwischen Bahnhof zur Uni seien schon rund 2000 davon geschafft – „ein guter Anfang“. Zusätzlich soll auf dem Uni-Gelände ein Wegweiser Richtung Tal angebracht werden.

Speed-Dating für
Studenten und Hundehalter

Studierenden die Bewegung unter freiem Himmel zu ermöglichen, ist auch der Kerngedanke des Projekts „Studi-Hund“: Wiebke Weber, Julia Eisenbach und Judith Hommel wollen Hundebesitzer aus dem Tal mit Studierenden zusammenbringen, die Lust haben, hin und wieder mit einem Hund Gassi zu gehen. „Die Hundebesitzer werden während ihrer Arbeits- oder Urlaubszeiten entlastet und die Studierenden können sich bewegen und eine Auszeit vom Uni-Alltag bekommen“, erklärt Wiebke Weber die Idee hinter dem Projekt. „Im Wohnheim sind keine Hunde erlaubt und wenn man das von zu Hause gewöhnt ist, ist das für die Studenten ja auch schön.“ Am 3. Juli können sich beide Seiten unverbindlich auf dem Grifflenberg „beschnuppern“ und spielerisch kennenlernen. So soll etwa ein Speed-Dating stattfinden, um herauszufinden, welcher Hund zu welchem Studenten passt – und umgekehrt. Interessierte können sich über die Webseite des Hochschulsports unverbindlich eintragen und werden per Mail über den genauen Treffpunkt informiert.

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