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Wuppertaler stehen der Corona-App meist positiv gegenüber

Umfrage : Wuppertaler stehen der Corona-App in den meisten Fällen positiv gegenüber

Viele nutzen die Anwendung auf ihrem Smartphone aus Solidarität und um sich zu schützen. Andere sehen keinen Mehrwert in der App.

In den ersten 24 Stunden, nachdem die Corona-Warn-App in Deutschland für den Download freigegeben wurde, registrierten sich rund zwei Millionen Menschen. 36 Stunden später schnellte die Zahl nach Angaben des Bundesministeriums auf sieben Millionen. Es scheint, dass die App zur Eindämmung des Coronavirus gut angenommen wird. Laut Ministerium werde durch Kontaktverfolgung das Unterbrechen von Infektionsketten deutlich vereinfacht und man habe vier Tage gewonnen. Wie schätzen Menschen in Wuppertal die App ein? Die WZ hat sich in der Elberfelder Innenstadt umgehört.

Eva Staszek beispielsweise gehört zu den Befürwortern: „Ich habe sie, wobei es auch ein stückweit Neugier war. Ich glaube, dass sie im Hinblick auf Nachvollziehbarkeit der Infektionsketten sinnvoll ist.“ Als sie die App nach einem Kinderarztbesuch, dort, wo viele Menschen zusammenkommen, aktualisieren wollte, stellte sie fest, dass dies nur alle 24 Stunden möglich sei. Durch die Zeitverzögerung der Informationen sei allerdings eine Potenzierung nicht ausgeschlossen.

Für Carolin Weddingen, die die App demnächst herunterladen will, ist es wichtig, dass viele Menschen die Anwendung nutzen: „Es ist gut zu wissen, wo man mit dem Virus in Berührung gekommen ist. So kann man es besser eingrenzen.“ Sollte die sogenannte zweite Welle nicht kommen, werde die App sicher als einer der Gründe genannt werden, ist sie überzeugt.

Für Andreas Krolik kommt die App nicht in Frage: „Es sind bereits viele Fehler und Schwachstellen gefunden worden. Außerdem wurde dafür viel zu viel Geld von der Regierung ausgegeben.“ Eine zweite Welle werde es seiner Meinung nach nie geben.

Auch Martina Wolter wird die Corona-Warn-App nicht herunterladen: „Ich bin ohnehin ein technischer Analphabet und habe deshalb keine App. Sinnvoll finde ich sie schon, glaube aber auch nicht, dass sie eine zweite Welle verhindern kann.“

Ünsal Bayzit mit Töchterchen Selma weiß auch nicht, ob eine zweite Welle verhindert werden kann, hat die App aber trotzdem auf seinem Handy: „Viele Menschen sehen das als Beschränkung. Doch für mich ist die App eine Möglichkeit, demnächst wieder in mehr Freiheit leben zu können.“ Denn durch die bessere Nachvollziehbarkeit könne man schneller reagieren und das Virus eindämmen.

Kathleen Böhm sagt: „Wir sollten alle die Solidarität haben und die App nutzen, da sie eine Variante für die Zukunft ist. Sie ist zudem wirksamer, wenn viele Menschen sie nutzen. Je mehr, desto hilfreicher ist es.“

Manuel Stoijek hat sie auch: „Viele aus dem Bekanntenkreis fragen sich, warum sie dazugehören sollen, wenn sie eh nur ein paar Millionen benutzen. Für mich ist das eine Ausrede, ebenso wie das Argument, dass es dadurch keinen Datenschutz mehr gibt.“

Milton Camilo ist für eine App aus Verantwortungsgefühl: „Das ist gerade für die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, wichtig. Sie hilft vor allem, wenn viele Menschen sie haben und nachvollziehbar ist, mit wem man zusammen war.“