Wuppertaler Stadtwerke wehren sich gegen Vorwürfe der Seilbahngegner

Seilbahn : Stadtwerke: „Fakten gegen die Argumente der Seilbahngegner“

Die WSW verwehren sich gegen Vorwürfe, falsche Angaben gemacht zu haben.

Bereits mehr als 40 000 Wuppertaler haben ihre Stimme zur Befragung über das Seilbahnprojekt abgegeben. Bis zum 26. Mai haben insgesamt 270 000 Wahlberechtigte die Gelegenheit, per Briefwahl abzustimmen. Wie hoch die Wahlbeteiligung am Ende sein wird, ist eine von vielen spannenden Fragen. Die Stadtwerke gehen jedenfalls davon aus, dass sich viele Bürger noch nicht entschieden haben. Daher meldeten sie sich mit einer Pressekonferenz zu Wort, um auf vermeintliche Fehlinformationen der Seilbahngegner einzugehen und Fakten zu liefern.

Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil GmbH, äußerte für die Stadtwerke die Hoffnung, dass sich die Wuppertaler mehrheitlich für das Seilbahnprojekt entscheiden. „Und das bei einer hoffentlich hohen Wahlbeteiligung. Die würde dem Stadtrat die Entscheidung erleichtern, sich der Mehrheit der Bürger anzuschließen“, sagte Ulrich Jaeger. Der Rat der Stadt will den Ausgang der Bürgerbefragung, die nicht verbindlich ist, zur Grundlage für die Entscheidung machen, ob das Planfeststellungsverfahren eröffnet wird.

„Die Kosten für das Planfeststellungsverfahren belaufen sich auf 5,4 Millionen Euro und nicht auf 10 Millionen, wie von den Gegnern verbreitet“, so Jaeger. Das Planfeststellungsverfahren sei aufwändig und es sei notwendig, „denn dann wissen wir, ob es mit dem Projekt weitergeht.“

Bei weiteren Zahlen sehen die WSW ebenfalls Klärungsbedarf: Die Seilbahn koste nicht 100 Millionen Euro, sondern es werde mit Investitionen von 88,9 Millionen Euro gerechnet, davon 65 Millionen Euro reine Baukosten. Darin seien ein Risikopuffer von 10,6 Millionen Euro und 11,8 Millionen Euro Gesamtplanungskosten enthalten.

Differenzen zwischen den Berechnungen der Gegner und Befürwortern der Seilbahn gibt es auch bei der Zahl der anvisierten Fahrgastzahlen. Die Stadtwerke gehen von 17 000 Fahrgästen pro Tag aus, die Gegner halten dies für unrealistisch. Jaeger wies darauf hin, dass es sich um Prognosen für das Jahr 2025 halte. „Volle Seilbahngondeln erwarten wir nicht über den ganzen Tag, das ist auch bei den Bussen nicht anders. Es geht darum, große Gefäße in den Spitzenzeiten, besonders in den Morgenstunden, bereitzustellen.“

Auch in der Frage der Betriebskosten gehen die Erwartungen auseinander. „Wir sparen den Betrieb von zehn Bussen ein, das entspricht den Ausgaben für den laufenden Betrieb der Seilbahn.“ Einen Zusammenhang zwischen den Ausgaben der WSW für die Seilbahn und den Energiepreisen gebe es nicht. „Energiepreise sind immer Marktpreise und die wurden noch nie von der Entwicklung im ÖPNV, sondern immer vom Markt und den Mitbewerbern bestimmt.“ Jaeger stellte klar, dass er sich über ein positives Votum der Wuppertaler Bürger freuen würde. „Wir scheuen uns aber nicht, aus dem Seilbahnprojekt auszusteigen, sollte es unüberwindbare Hindernisse geben. Solche Anzeichen sehe er aber nicht. Die Seilbahn werde barrierefrei gebaut und sei auch mit dem Rollator oder einem Rollstuhl problemlos zu nutzen. ab