Stadtentwicklung Wuppertaler Stadtteilkonferenz: „Wir wollen Distanzen aufbrechen“

Oberbarmen/Wichlinghausen · Die Stadtteilkonferenz für Oberbarmen und Wichlinghausen stellte neue Spielplätze und gemeinsame Projekte vor.

Engagieren sich für den Stadtteil: Simone Jöhren (l.) vom Competence Center Smart City und Lars Nähle vom Bob-Campus.

Engagieren sich für den Stadtteil: Simone Jöhren (l.) vom Competence Center Smart City und Lars Nähle vom Bob-Campus.

Foto: Anna Schwartz

Bei der aktuellen Stadtteilkonferenz im Stadtteilzentrum Wiki gab es eine gute Nachricht: Wie Wiebke Striemer vom Quartierbüro Vier Zwo Zwo verkündete, ist der neue Spielplatz an der Rosenau seit Donnerstag fertig und zur Nutzung freigegeben. Das Gelände am Ufer der Wupper war seit Oktober 2023 komplett umgebaut worden. „Es hat eine schöne Lage, war aber in die Jahre gekommen“, so Striemer. Nun warte es mit neuen Fußwegen, einem Piratenschiff, Möglichkeiten zum Fußball- und Basketballspielen sowie Fitnessgeräten auf. Offiziell eröffnet wird die neue Rosenau mit einem Fest am 14. Juni von 11 bis 18 Uhr.

Uni-Projekt: Ein mobiler Kiosk zieht im Sommer durch die Stadt

Zwei andere Spielplätze warten hingegen noch auf ihre Erneuerung: Der Spielplatz Hermannstraße mit einer Fläche von 3500 Quadratmetern und der Spielplatz Allensteiner Straße mit rund 2000 Quadratmetern werden im Rahmen des Förderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ umgestaltet, allerdings erst ab 2026, kündigte Nicklas Grosch, Projektleiter in der Abteilung Städtebau, an. „Das hängt davon ab, wie schnell wir einen Förderbescheid bekommen.“

Spielplätze im Quartier seien „enorm wichtig“, betont er – gerade in Wichlinghausen, das als hoch verdichtetes Quartier und als einer der Bezirke mit der jüngsten Altersstruktur gelte. „Sie bieten Kindern eine Möglichkeit, sich an einem qualitativ hochwertigen Ort aufzuhalten.“ Dabei würden unterschiedliche Zielgruppen berücksichtigt: Der Spielplatz an der Allensteiner Straße eigne sich künftig für Kinder bis 14 Jahren, die Hermannstraße für Kinder von drei bis zehn.

Auf einem Markt der Möglichkeiten präsentierten in der Stadtteilkonferenz verschiedene Organisationen ihre Projekte – unter anderem die Nachbarschaftsgärtner des Bob-Campus, der Arbeiter-Samariter-Bund, der ein beratendes Digitalmobil für ältere Menschen betreibt, aber auch die Studentinnen Julia Hollstein und Michelle Pham. Für ein Masterprojekt an der Uni Wuppertal im Studiengang Public Interest Design haben sie einen Kiosk entworfen. Unter dem Motto „Kiosk kommunal“ werden sie damit im Juli und August in mehreren Stadtteilen Halt machen. „Wir werden jeweils eine Woche in Oberbarmen, Unterbarmen, Vohwinkel und Ronsdorf festmachen“, sagte Michelle Pham.

Der Kiosk sei jedoch nur die Hülse, der Austausch wesentlich. „Wir wollen Demokratie als Lebensraum vermitteln.“ Eine interaktive Ausstellung soll zeigen, wo Demokratie in kleinen Bereichen passiert. Dazu gehöre auch ein Kaugummiautomat, an dem Besucher inspirierende Fragen ziehen können.

Raphaela Huppa leitet seit anderthalb Jahren den „Kochklub“ am Bob-Campus. Dort treffen sich bislang 20 Menschen aus neun Nationen, schilderte Huppa. Der Ansatz: „Wir wollen über ethnische Grenzen hinweg gute Nachbarschaft fördern.“ Oft erlebe sie zwischen den Gruppen im Quartier „eine gewisse Stille“, die sie mit dem Angebot aufbrechen möchte – am nächsten Freitag mit einem besonderen Projekt unter dem Titel „Das Quartier kocht“, an dem 70 Menschen teilnehmen.

Kochklub dient als Teil
der Friedensarbeit

„Ich würde es als Friedensarbeit bezeichnen. Man unterhält sich nicht bloß mit einer gedanklichen Distanz, sondern das gemeinsame Kochen hilft, ins Gespräch zu kommen und sich verbunden zu fühlen.“ Dies sei gerade jetzt notwendig, da ein politisches Klima herrsche, in denen Migranten „deutlich schräger angeschaut werden als vorher und sich zum Teil auch verängstigt fühlen“.

Lukas Meier vom Quartierbüro Vier Zwo Zwo stellte zudem Entwürfe für ein gemeinsames Stadtteil-Logo vor. Es solle die Identifikation mit dem Quartier stärken und einen Wiederkennungswert schaffen. Die Entwürfe verbinden die beiden Stadtteile Oberbarmen und Wichlinghausen durch Schriftzüge und Symbole, die unter anderem das Wichlinghauser Viadukt, die Wupper und die Nordbahntrasse stilisieren. Der Slogan lautet: „Gemeinsam geht was.“ Eine Entscheidung für das von Anwohnern favorisierte Logo wird noch getroffen.

Darüber hinaus enthüllte Eric Stöcker, Leiter des Stadtteilzentrums Wiki, eine Skulptur der Wuppertaler Holzbildhauerin Ute Zander. Als im Jahr 2021 auf dem Gelände eine große Kastanie durch den Sturm umfiel, konnte sie einen Teil des Holzes retten und aufarbeiten. Die abstrakte Skulptur, die unter anderem Gemeinschaft symbolisiert, ist nun im Stadtteilzentrum zu sehen.

Die nächste Stadtteilkonferenz findet am 29. August statt.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort