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Wuppertaler Sinfoniker begeistern mit Giacomo Puccini

Konzert : Sinfoniker begeistern mit Giacomo Puccini

Weihnachtliches Konzert in der Stadthalle.

Im Lukasevangelium, Kapitel 2, Vers 14 heißt es: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“. Dieser Abschnitt aus der Weihnachtsgeschichte kommt auch auf lateinisch in leicht abgewandelter Form in Messen vor: „Gloria in excelsis Deo et in terra pax hominibus“. Das war es aber hier wie auch in Messvertonungen inhaltlich hinsichtlich der Geburt Jesu in Bethlehem.

Eine solcher zahlreichen Musiken, nämlich die für Chor, Tenor, Bariton und Orchester aus der Feder von Giacomo Puccini, hatte sich das Sinfonieorchester Wuppertal für sein traditionsreiches Konzert am ersten Weihnachtsfeiertag im nicht ausverkauften Großen Saal der Stadthalle ausgesucht. Der korrekte Name lautet „Messa a quattro voci con orchestra“. Im Volksmund kurz „Messa di Gloria“, weil das „Gloria in excelsis Deo“ mehrmals gesungen wird. Die Meinungen gehen auseinander: Von „Allein die Messa weist von den Frühwerken auf das kommende Genie hin“ bis hin zu „Konfektionsware, wie sie in Italien und anderswo massenhaft produziert wurde“ reichen die Meinungen.

Chorgesänge,
die begeisterten

Dieses gefällige Jugendwerk kam bis auf ein zu lautes Orchester im Forte nuanciert von der Bühne. Dabei konnte sich der Konzertchor der Volksbühne Wuppertal (bestens einstudiert von Thorsten Pech) bei Alessandro Palumbo sehr aufgehoben fühlen, der mitatmend durch die Partitur lotste. Tragfähig, fein austariert und so gut wie immer präzise waren die Chorgesänge, die begeisterten.

Wie zur Zeit des Verismo (italienischer Opernstil zwischen 1890 und 1920) üblich, sang Tenor Carlos Cardoso seine Arien außerordentlich dramatisch und kraftvoll. Genauso packend gestaltete Bariton Aleš Jenis seine Partien.

Die der Messvertonung vorangestellte achtteilige Ballettmusik-Suite „La boutique fantasque“ (Der Zauberladen) ist musikalisch kein gemütlicher, besinnlicher Weihnachtsspaziergang. Vielmehr legen Tanzpuppen-Automaten (etwa zwei englische Damen, ein Snob, eine russische Familie, Kosaken) eine heiße Sohle aufs Parkett. Ausgelassen geht es bei einer Tarantella, einem Can-Can, zur Sache. Diese von Ottorino Respighi angefertigte Orchestrierung von Klavierstücken Gioachino Rossinis haben es in sich, da sie unter anderem rhythmisch heikle Passagen beinhalten. Bis auf wenige kleine Stellen, die Palumbo nicht ganz genau dirigierte, spielten die Sinfoniker dieses Werk sehr präzise und ausgewogen. Außerdem beherzigten sie die schwungvollen Anweisungen des Gastdirigenten und stellten folglich die vielschichtigen Klangfarben fein abgestuft mit festem Zugriff dar. Das Weihnachtskonzert mit seinem nicht weihnachtlichen Programm fand großen Anklang, wofür die stehenden Ovationen zum Schluss sprachen. has