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Wuppertaler Sinfonieorchester auf der Suche nach Robin Hood

Musik : Wuppertaler Sinfonieorchester auf der Suche nach Robin Hood

Musiker und Schauspieler proben für das diesjährigte Kinderstück getrennt – Premiere am 15. November

Im Probenraum des Wuppertaler Sinfonieorchesters erklingen spannende Töne. 16 Musiker, die zurzeit erlaubte Höchstzahl, proben die Musik zum diesjährigen Kinderstück Robin Hood. Es ist die dritte Probe und ohne das Stück zu kennen und die dazugehörige Szene zu sehen, macht diese Musik Spaß.

Auch die Musikerinnen und Musiker müssen an vielen Stellen schmunzeln. Schwungvolle Fanfaren, romantische Walzermusik, spannende Dialoge zwischen Glockenspiel und Flöte werden hier geprobt. Immer wieder gibt es herrlich überraschende Übergänge. Die beiden Schlagzeuger haben ebenso viel zu tun wie Streicher und Bläser.

William Shaw schrieb diese großartige Musik. Doch wie konnte er Musik zu einem ganz neuen Stück komponieren, das Regisseur Henner Kallmeyer für das Wuppertaler Schauspiel geschrieben hat und das erst im November uraufgeführt wird? „Die Textfassung habe ich seit April“, sagt Shaw. Die Geschichte finde ich sehr interessant und ich konnte die Zeit nutzen, die passende Musik dafür zu komponieren.“

Der 1992 im kleinen walisischen Seebad Llandudno geborene Brite spricht hervorragend Deutsch und lobt die klaren Szenenfolgen mit detaillierten Zeitangaben von Autor Kallmeyer. So hatte Shaw viele Ideen und aus Fragmenten und kleinen Melodien komponierte er dann die Musik „Auf der Suche nach Robin Hood“ für das Kinderstück.

Für William Shaw ist es die dritte Spielzeit an den Wuppertaler Bühnen. Schon im vorigen Jahr schrieb er die Musik zum Stück „Der kleine Lord“. Für ihn ist das Wichtigste, dass die Musik Kinder und Erwachsene anspricht und dass sie beiden gleichermaßen Spaß macht.

Musik mit Witz für Kinder
und Erwachsene

„Wir als Orchester sind immer begeistert von Shaws Kompositionen“, sagt Geiger Björn Schwarz, der bereits im vorigen Jahr bei der Kooperation zwischen Schauspiel und Sinfonieorchester mitwirkte. „Großartig instrumentiert und immer mit viel Witz, auch mit britischem Humor. Genau das richtige für ein Kinderstück.“

Das sei eine lange Tradition in Großbritannien, berichtet Shaw. Er sei damit aufgewachsen, dass Theater und Bühnenmusik immer auch Witz für Kinder und Erwachsene beinhalten müssten. Außerdem mag der junge Komponist Heldengeschichten und er erzählt ganz nebenbei, dass viele seiner Vorfahren aus Nottingham stammen.

Die Uraufführung von „Robin Hood“ wird am 15. November stattfinden. Noch proben Orchester und Schauspieler an unterschiedlichen Orten. Wie passt dann später die Musik zu den Szenen mit Verfolgungsjagden, Kampf oder auch Liebe? Damit das Timing auf der Bühne stimmt, wurde die Musik am Samstag in der Immanuelskirche aufgenommen und die Darsteller proben ab sofort mit dieser musikalischen Begleitung.

„Am Anfang steht die Konzentration auf die Musik, sie muss zuerst da sein“, betont Shaw. Die Musiker haben noch keine szenischen Bilder vor Augen. Doch als die Fagottistin nach dem richtigen Tempo sucht, deutet der Dirigent an: „Du bist ein Tier.“ Schnell wird klar, dass das Fagott wohl den Bären repräsentiert, dem Robin im Wald begegnen wird.

Im Theater am Engelsgarten kommt die vom Orchester eingespielte Musik vom Band. Wenn Robin Hood ins Opernhaus umzieht, wird bei einem Großteil der Aufführungen die Musik live vom Sinfonieorchester Wuppertal gespielt.

„Robin Hood“ von Henner Kallmeyer mit Musik von William Shaw ist ab dem 15. November im Theater am Engelsgarten und ab dem 1. Dezember im Opernhaus zu erleben. Eine Produktion in Zusammenarbeit mit dem Inklusiven Schauspielstudio und dem Sinfonieorchester Wuppertal. Termine und Informationen unter

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