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Wuppertaler sind vorsichtig beim Termin-Shopping

Handel : Wuppertaler sind noch vorsichtig beim Termin-Shopping

Ein Rundgang durch die Elberfelder City zeigt: Einzelhändler sowie Kunden freuen sich, wieder in die Läden gehen zu können. Doch eine gewisse Vorsicht bleibt bestehen.

Ganz geschlossen waren die Geschäfte nicht, aber seit gestern ist die Einkaufslust in der Elberfelder Innenstadt wieder verstärkt da. Nach zwölf-wöchigen Teilschließungen, die unter anderem den Einzelhandel betrafen, dürfen so manche Läden wieder öffnen, Buchhandlungen etwa. Auch in Einzelhandelsgeschäften darf man wieder die Türschwelle übertreten und sich umschauen, wenn man denn einen Termin hat.

Ein Kunde pro 40 Quadratmeter heißt es, das bedeutet für den Spielwarenladen Lindwurm auf der Friedrich-Ebert-Straße, dass immer zwei Kunden gleichzeitig stöbern dürfen. Haben die Kunden aber Kinder oder Babys dabei, wird es unklar, was erlaubt ist und was nicht. „Keiner kann mir meine Frage beantworten“, meint Inhaber Hans-Georg Eisele. Selbst bei der Landesregierung habe er zwei unterschiedliche Antworten bekommen. Zum einen hieß es, es gelte die Kontaktbeschränkung wie im öffentlichen Raum, Kinder unter 14 zählen nicht. Zum anderen heiße es, ein Kind sei ein Kunde. Demnach müsste Hans-Georg Eisele Familien bitten, die Kinder nicht mitzubringen oder das Ladenlokal für eine Mutter und ihr Kind reservieren. Die Stadt Wuppertal versicherte aber, dass Corona-Fragen, die an das Land adressiert werden, in der Regel mit baldigen Erlassergänzungen geklärt werden. Das Ordnungsamt arbeite ohnehin wie gehabt mit Hinweisen.

 Hans-Georg Eisele erwartet klare Regelungen vom Land NRW.
Hans-Georg Eisele erwartet klare Regelungen vom Land NRW. Foto: Fries, Stefan (fri)

Weniger kompliziert ist es in den Buchhandlungen auf der Friedrich-Ebert-Straße. Seit Montag darf man hier sogar ohne Termin schlendern. „Um neun Uhr hatten wir die ersten Kunden“, berichtet Michael Kozinowski von der Buchhandlung v. Mackensen. Gerade kramt eine ältere Dame einen Gutschein aus der Tasche, den sie seit Weihnachten habe einlösen wollen. Die Kunden freuten sich, jemand habe sogar einen Blumenstrauß mitgebracht. Sie kämen zum Stöbern. „Der Umsatz heute ist erfreulich“, so Kozinowski. Mit dem Corona-Zähler am Eingang des Geschäfts wird seit vergangenem Jahr gezählt, wie viele Leute vor Ort sind. Die Menschen hielten sich daran.

Im Allgemeinen sind sie eher vorsichtig. Das sagt auch Silvina Becker, die im Modegeschäft Cash 22 angestellt ist. Die Kunden kämen mit Terminen, um endlich wieder die Kleidung anprobieren zu können. An vielen Geschäften können Laufkunden an der Tür einen Termin machen. Click und Collect wird weiterhin genutzt - denn es gebe einige Kunden, die ihre Daten beim Terminshopping nicht hinterlegen möchten, meint Kerstin Buck vom Dekogeschäft Tisch und Bett.

Auch in den City Arkaden ist seit Montag mehr los als zuvor - ungefähr 14 Geschäfte nutzten jetzt das Termin-Verfahren. „Das Telefon hat seit Samstag nicht mehr aufgehört zu klingeln“, sagt Centermanagerin Katrin Becker. Trotzdem seien die Kunden vorsichtig, hielten den nötigen Abstand, auch wenn sich kleine Schlangen vor den Modegeschäften bildeten. Für viele ist es der erste Schritt zurück zur Normalität.