Wuppertaler Schwebebahn: Tücken des Alltags - So lief der erste Tag

Wuppertal : Tücken des Alltagsgeschäfts: So lief der erste Tag mit der Schwebebahn

Der erste Tag der Wuppertaler Schwebebahn ist vorbei. Die Wuppertaler Stadtwerke ziehen Bilanz des Starts. Es gab kleinere Probleme mit Automaten, Anzeigen und Aufzügen.

Sogar in die Tagesschau hat es die Schwebebahn am Donnerstag geschafft. Vom „Comeback des Jahres“ wurde deutschlandweit berichtet. Print, Funk, Fernsehen und Internet waren dabei, als Wuppertals Wahrzeichen nach achteinhalb Monaten wieder den Betrieb aufnahm. „Jetzt müsste eigentlich jeder wissen, dass sie wieder fährt“, stellte Holger Stephan am Freitag fest. Der Neustart verlief aus „betrieblicher Sicht problemlos“, so der Sprecher der Wuppertaler Stadtwerke. Für die WSW hat jetzt wieder der Alltag begonnen — und der Kampf mit dessen Tücken. Schmutz in den Stationen, nicht funktionierende Anzeigentafeln und Automaten und stehende Aufzüge: Es gab einiges, was die Wuppertaler schon an den ersten beiden Fahrtagen meldeten. „Hätten die in der Zeit nicht wenigstens mal durchputzen können“, ärgerte sich eine WZ-Leserin.

Was den Schmutz angeht, hatte Stephan die Kritik bereits am Donnerstag zurückgewiesen. „Es war grundgereinigt worden, wie schon lange nicht mehr“, betonte er auch noch einmal am Freitag gegenüber der WZ. Trotzdem seien Mitarbeiter verstärkt rausgeschickt worden. Das gelte auch bei den Problemen mit den Anzeigentafeln. Auf einigen liefen nur die Standardtexte oder sie blieben komplett schwarz, wie auch WZ-Leser anmerkten. „Alles ist getestet worden“, sagte Stephan. Das habe auch für die Fahrkartenautomaten gegolten. Warum die dann ausgerechnet zum Start dann doch den Dienst versagten, konnten die WSW nicht nachvollziehen. Aber: Techniker seien sofort auf die Automaten angesetzt worden.

Eine weitere Baustelle: die Aufzüge. In Vohwinkel und am Alten Markt funktionierten diese auf jeweils einen Bahnsteig nicht. Zumindest in Vohwinkel konnte eine Notlösung angeboten werden. Ausnahmsweise durfte zum Beispiel ein Rollstuhlfahrer in der Wendeschleife mitfahren, weil der Aufzug zum Bahnsteig in Richtung Oberbarmen ausgefallen war.

Ebenfalls defekt war der Aufzug an der Kluse, der bekanntlich aber nicht nur zur Schwebebahn führt und schon seit Jahren Daueropfer von Vandalismus ist. Die gute Nachricht: Laut Stephan soll die Reparatur an allen Aufzügen bereits im Laufe des Freitages erfolgen. „Es müssen keine Ersatzteile bestellt werden.“

Wer bei der Premierenfahrt am frühen Donnerstagmorgen dabei war, mag sich vielleicht über die Ansagen gewundert haben. Fahrer Artur Knodel musste nämlich selbst ran und die Halte durchsagen, wie Stephan erklärte. Nach einem Systemneustart seien dann aber die Ansagen vom Band erfolgt.

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