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Wuppertaler Schwebebahn soll im August 2021 wieder fahren

Gerüstarbeiten : Schwebebahn soll im August 2021 wieder fahren

Die Wuppertaler Stadtwerke arbeiten zurzeit am Schwebebahngerüst. Ausgebessert werden reguläre Schäden und solche, die durch die aktuellen Radprobleme verursacht wurde.

Die Wuppertaler Stadtwerke haben in dieser Woche mit der Instandsetzung der Fahrschiene am Schwebebahngerüst begonnen. Behoben werden immer wieder auftretende Schäden und solche, die mit dem aktuellen Radproblemen zu tun haben.

An mehreren Stellen der insgesamt 26 Kilometer langer Schwebebahnschiene haben sich Unebenheiten gebildet, die jetzt abgeschliffen werden. Sind die Schäden zu gravierend, muss das Schienenstück komplett ausgetauscht werden.

Arbeiten am Schwebebahn-Gerüst laufen auf Hochtouren

Mängel sind vor allem an den Bereichen am Schwebebahngerüst aufgetreten, an denen zwei Schienenteile miteinander verschweißt sind. An diesen sogenannten Schweißstößen bilden sich mit der Zeit Überhöhungen, die regelmäßig geglättet werden müssen. Da ein Schienenteil eine Länge von 18 Metern misst, befindet sich alle 18 Meter auf der Strecke ein Schweißstoß. Ausgebessert werden müssen allerdings nur einige Hundert, die Prozedur dauert nur wenige Minuten.

„Die Überhöhungen an den Schweißstößen sind nicht gefährlich, aber laut“, erklärt Ralf Seeberger, Werkstattmeister der Schwebebahngerüstbauwerkstatt an der Gutenbergstraße. Erhebungen an den Schweißstößen führen zu dem typischen „Klack Klack Klack“-Geräusch der Schwebebahn. Je weniger überhöhte Schweißstöße, desto leiser schwebt die Bahn.

Die schwebebahnfreie Zeit in den vergangenen zwei Monaten haben die Stadtwerke bereits für die turnusmäßige Wartung der Stromschiene, der Weichenanlagen und der Fahrschienendilatationen genutzt. Dilatationen sollen die Längenausdehnungen des Stahls bei Temperaturschwankungen ausgleichen: Die Enden zweier Schienenstücke laufen hier jeweils in dünne Zungen aus, die nebeneinander liegen.

Besonders an diesen empfindlichen Schienenabschnitten haben die ungleichmäßig abgenutzten Räder der neuen Schwebebahnen Schäden verursacht. „Die Räder hämmern überall auf die Schiene, aber hier bilden sich besonders schnell Ausbrüche, die zu Rissen und im schlimmsten Fall zum Abbruch der Zunge an der Schiene führen können. Das wäre ein Sicherheitsproblem, im Extremfall könnte ein Wagen entgleisen“, erläutert Seeberger.

Vorgekommen ist das aber noch nicht. Einmal im Jahr werden die Fahrschienendilatationen gewartet, die entstandenen Schäden sind rechtzeitig aufgefallen. „Und was die Räder kaputt gemacht haben, ist nicht so viel“, beruhigt Seeberger. „Trotzdem“, ergänzt Elmar Thyen, Pressesprecher der Wuppertaler Stadtwerke, „haben wir diese Häufung an Schäden, die im Frühjahr aufgefallen sind, so noch nie beobachtet.“

Ebenfalls bereits behoben wurden Mängel an den Sicherungseinrichtungen auf dem Gerüst, also an Streben, die entlang des Gerüstes laufen, sowie an Gitterrosten, die als Gehbelag verlegt sind. Die starke Vibration durch die unrund abgefahrenen Schwebebahnräder hatten dort zur Lockerung einiger Schrauben geführt.

Unabhängig von den Ausbesserungsarbeiten an den Schweißstößen und Fahrschienendilatationen wird die turnusmäßige Erneuerung der Fahrschiene am Klusebogen vorgezogen. Auf einem rund 300 Meter langen Stück werden rund 15 bis 20 Schienen ausgetauscht. „Im Bereich Kluse befindet sich die engste Biegung der Strecke, hier stellen wir den höchsten Verschleiß an der Schiene fest“, erklärt Thyen die Maßnahme. Da die Schwebebahn aktuell nicht im Regelbetrieb fährt, können die Arbeiten zum Vorteil der Anwohner und Monteure tagsüber ausgeführt werden, nicht wie üblich in der Nachtschicht. Das gilt auch für alle anderen Arbeiten am Schwebebahngerüst.

Während die Kollegen der Gerüstbauwerkstatt an der Ausbesserung der Schiene arbeiten, wird in der Schwebebahnwerkstatt in Vohwinkel alles darangesetzt, den Ursachen für den atypischen verschleiß der neuen Schwebebahnräder auf den Grund zu gehen und Mängel auszubessern, sodass die Schwebebahn im Optimalfall im August 2021 ihren Regelfahrbetrieb wieder aufnehmen kann.