Wuppertaler Schwebebahn darf ab nächster Woche mit Fahrgästen fahren

Verkehr : Wuppertaler Schwebebahn darf ab nächster Woche wieder fahren

Die Wuppertaler Schwebebahn soll schon bald fahren. Die Aufsichtsbehörde gibt grünes Licht für den regulären Fahrbetrieb. Damit würde die bisher längste durchgehende Betriebspause in der Geschichte der Wuppertaler Schwebebahn enden.

Vieles deutet seit Montag darauf hin, dass die Schwebebahn am 1. August wieder ihren regulären Fahrbetrieb aufnehmen kann. „Die umfangreichen Unterlagen und Gutachten zur Sonderlastfallsicherung wurden durch uns geprüft. Nach einem Gespräch mit den Verantwortlichen der WSW am Montagvormittag spricht aus Sicht der Bezirksregierung nichts gegen den Starttermin 1. August“, lautete eine Mitteilung der Bezirksregierung auf Anfrage der WZ vom Montag.

Die Wuppertaler Stadtwerke wollen sich am Dienstag in einer Pressekonferenz zu den Details der Inbetriebnahme äußern. „Nach dem Termin mit der technischen Aufsichtsbehörde gibt es nun Gewissheit über die Betriebsaufnahme der Schwebebahn“, so der Wortlaut der Einladung der WSW zum Pressetermin. Zu weiteren Einzelheiten des Gesprächs in Düsseldorf wollten die Stadtwerke vorab keine Stellung abgeben.

Sollte die Schwebebahn am Donnerstag, 1. August, wieder den Fahrgastbetrieb aufnehmen, dann würde damit die bisher längste durchgehende Betriebspause in der Geschichte der Schwebebahn enden. Am 18. November 2018 hatte sich an der Station Stadion/Zoo die Stromschiene auf einer Länge von mehreren hundert Metern gelöst. Es war nicht der erste Zwischenfall dieser Art, daher mussten die WSW zunächst ein neues Konzept zur Absturzsicherung entwickeln, Einzelteile konstruieren und dann einbauen. Das erklärt den Zeitraum von rund acht Monaten, in denen die Bahnen nur zur Test- und Schulungszwecken unterwegs waren.

Laut Mitteilung der WSW sind die baulichen Veränderungen am Schwebebahngerüst so gut wie abgeschlossen. Zunächst wurden 18 000 Klemmbacken neu montiert. Im letzten Schritt werden 2500 Teile zur Absturzsicherung im Gerüst eingebaut. Sie kommen zum Einsatz, sollten die anderen Aufhängungen der Stromschiene doch einmal versagen. Alle 15 Meter wird eine solche Sicherung eingebaut. Vor dem Wochenende waren diese Arbeiten zu 80 Prozent abgeschlossen. „Falls erforderlich wird Tag und Nacht daran gearbeitet“, sagt WSW-Sprecher Holger Stephan.

Der Einbau der „Sonderlastfallsicherung“ ist aber nur ein wichtiger Schritt. Genauso wichtig ist bei einem Unikat wie der Schwebebahn, die technische Genehmigung der Bauteile. Und da hakte es bis zum Beginn der Woche, weil offensichtlich nicht alle Unterlagen der Zulieferer bei der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) der Bezirksregierung vorgelegen haben und geprüft werden konnten. Diese Probleme scheinen inzwischen aber ausgeräumt.

Die Stadtwerke haben die Pause der Schwebebahn vielfältig genutzt, um Reparaturen und Wartungen in den Stationen und am Gerüst vorzunehmen. Außerdem wurde der Wechsel auf die neue Schwebebahngeneration abgeschlossen und auf ein neues Betriebssystem umgestellt. Wenn es am 1. August mit dem Fahrbetrieb wieder losgeht, werden allein die neuen himmelblauen Bahnen unterwegs sein. Die verbleibende Zeit wollten die Stadtwerke auch nutzen, um Kinderkrankheiten der neuen Bahnen abzustellen. So wurde in einer Bahn die Klimatechnik getestet.

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