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Wuppertaler Schwebebahn aus den 70ern steht in Siegen zum Verkauf

Wahrzeichen : Siegener Familie verkauft 70 Jahre alten Schwebebahn-Wagen

Der Wagen wird mit einem Nachbau des Gerüsts abgegeben. Die Nachfrage ist groß.

Während bei der Wuppertaler Schwebebahn derzeit die blau-orangen Wagen durch hellblaue ersetzt werden, steht das Wuppertaler Wahrzeichen nach dem schweren Zwischenfall im November 2018 weiter still. Bereits Anfang der 1970er Jahre wurde die damals aktuelle Schwebebahngeneration ersetzt, wobei der Wagen 76 am 5. Februar 1974 vom Gerüst der Schwebebahn getrennt wurde. Etwa zehn Jahre lang diente der Wagen zunächst der Tennisabteilung am Zoo/Stadion als Unterschlupf. Bis zu seinem heutigen Standort, einer Second-Hand-Halle in Siegen, verschlug es den Oldtimer auch nach Köln. „In einer Szenekneipe wurde das Kultobjekt als Bar genutzt, bevor er einige Jahre bei einem Schaustellerbetrieb in Köln auf einem Freigelände stand“, berichtet Peter Bosbach. Der 62-Jährige hatte 2005 begonnen, die Geschichte der Wagen zu rekonstruieren. Die Entwicklung zeigt er seither auf seiner Homepage www.schwebebahn-wtal.de

Familie Powell bietet die Schwebebahn mitsamt Gerüst an

Vor 14 Jahren gelangte Wagen 76 zu Familie Powell nach Siegen. Sabine und Barry Powell betreiben dort ein großes Second-Hand-Geschäft mit der örtlichen Kirchengemeinde. Sohn Jonas hilft ebenfalls im Geschäft aus. Direkt hinter der Eingangstür stoßen die Besucher auf die 70 Jahre alte imposante große rote Schwebebahn. Sabine Powell erklärt, dass bei aktuellen Umstrukturierungen lediglich der Platzmangel zu der Entscheidung geführt hat, den Wagen abzugeben: „Wir möchten unser Sortiment erweitern und brauchen daher diesen Platz. Vor zwölf Jahren haben wir hier eröffnet, in den zwei Jahren zuvor hatten wir gemeinsam mit zwei fleißigen Helfern dieses ,Herzensprojekt’ komplett restauriert und an ein extra Gerüst gehängt.“ Ihre Anzeige zum Verkauf hatte sie zunächst nur an einen Kunden, sowie den Schwebebahnkenner aus Wuppertal gerichtet, doch verbreitet wurde es wie ein Lauffeuer. Zahlreiche Anfragen von Vereinen, Privatpersonen und Firmen überfluten seitdem die Geschäftsführerin.

Der Wagen wird mitsamt Gerüst-Nachbau verkauft. Foto: Tim Oelbermann

Zum Verkauf steht außer dem Oldie auch die Gerüstkonstruktion, sowie die Eingangstreppe zur Schwebebahn. Powell habe keinen Mindestpreis, jedoch würde sie den Wagen nicht „für nen Appel und ein Ei“ veräußern. Das Gesamtpaket zwischen Verkaufspreis und Verwendungszweck des potenziellen Käufers müsste einfach passen, ergänzt Sohn Jonas. Interessenten werden gebeten, vor dem Besuch einen Termin über die E-Mail-Adresse info@athomefactory.de zu vereinbaren. Grundsätzlich sei eine Besichtigung natürlich möglich, ergänzt die Besitzerin zuversichtlich.

Neben Kindergeburtstagen der Mitarbeiter wurden auch Silvesterfeiern und eine Silberhochzeit in der außergewöhnlichen Kulisse gefeiert. „Es war immer toll mit den Freunden hier Geburtstag zu feiern, so einen Ort findet man selten“, erzählt Jonas mit einem strahlenden Gesicht. Es bestehe kein Zeitdruck zum Verkauf, daher wird natürlich auch bei den zahlreichen aktuellen Anfragen nichts überstürzt, erklärt die 52-jährige Powell weiter: „Uns liegt es besonders am Herzen, dass es für den Wagen eine weitere gute Geschichte geben wird und der Rost nicht siegt.“ Gerne würde sie den „76“ zurück in die Heimat kommen lassen.

Der Wagen „76“ ist nicht der einzige, der derzeit eine neue Heimat sucht. Der Wuppertaler Horst Baumeister hatte seinen Wagen auf Ebay Kleinanzeigen angeboten.