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Wuppertaler Schulleiter begrüßen frühen Start der Weihnachtsferien

Ferienverlegung : Schulleiter begrüßen frühen Start der Weihnachtsferien

Vorgezogener Ferienbeginn gibt Schülern und Eltern mehr Zeit zur Selbstisolation. Wuppertaler Schulleiter begrüßen die Entscheidung der Ministerin.

Am Mittwochnachmittag gab Schulministerin Yvonne Gebauer ihre Pläne bekannt, den Start der Weihnachtsferien um zwei Tage vorzuziehen. Der letzte Schultag vor den Ferien soll somit der 18. Dezember sein. Ursprünglich wäre der 23. Dezember der erste Tag der Weihnachtsferien gewesen. Durch den früheren Ferienstart vergrößert sich der Abstand zwischen dem letzten Schultag und den Feiertagen, die viele Familien üblicherweise mit der Verwandtschaft verbringen, um insgesamt fünf Tage. Gedacht ist, dass Familien die Zeit nutzen, sich selbst zu isolieren und somit die Ansteckungsrate über die Weihnachtsfeiertage möglichst gering halten.

Sabine Fahrenkrog vom Stadtbetrieb Schulen äußerte sich im Vorfeld der Entscheidung von Ministerin Gebauer offen gegenüber der Idee. Fahrenkrog glaubt, dass „es helfen kann, die Infektionen in den Griff zu bekommen“.

Richard Voß aus dem Leitungsteam der Gewerkschaft für Bildung in Wuppertal kann den Wunsch nach einem früheren Ferienbeginn, gerade aus familiärer Sicht, nachvollziehen. Allerdings gibt auch er zu bedenken, dass der ausgefallene Unterricht zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden muss. „Außerdem ist es schwer abzusehen, ob die Schulen in den nächsten Wochen generell weiter im Regelbetrieb geführt werden. Bei einem Blick auf die Zahlen bezweifele ich das.“

Schulen wünschten sich eine Entscheidung

Rund 1000 der zwischen sechs- und 17-jährigen Wuppertaler Schüler befinden sich derzeit in Quarantäne. Insgesamt zählt die Stadt 45 000 schulpflichtige Kinder. Reinhold Mertens, Schulleiter des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums, hätte sich eine frühere Entscheidung gewünscht. „Schon vor den Herbstferien wurde über Möglichkeiten diskutiert. Wir wollen wissen, welche Möglichkeit wir als Schule haben“, erklärt er gegenüber der WZ. Seiner Meinung nach gibt es drei mögliche Wege, den Schulalltag in den kommenden Wochen zu organisieren: Eine Verschiebung der Weihnachtsferien, die Wiedereinführung des Distanzunterrichts oder die Reduzierung der Kontakte zum Beispiel durch projektorientierten Unterricht. „Alle drei Möglichkeiten erscheinen mir sinnvoll.“

An der Else Lasker-Schüler Gesamtschule befanden sich in der vergangenen Woche über 250 Schüler und 36 Lehrer in Quarantäne. „Mit dem Regelunterricht ist das sowieso eine schwierige Geschichte“, äußert sich Schulleiterin Dorothee Kleinherbers-Boden. Sie begrüßt einen früheren Ferienstart. „Das, was die Schüler in der Zeit verpassen, ist nicht so viel wie das, was sie jetzt verpassen.“ Zwei Jahrgänge der Oberstufe und zwei Klassen der Sekundarstufe I werden derzeit in Quarantäne digital beschult.