Wuppertaler Schulgebäude wird reaktiviert

Bildung : Schulgebäude wird reaktiviert

Im Schuljahr 2020/21 soll sich die geschlossene Einrichtung an der Hufschmiedstraße mit Leben füllen.

Vor dem Tor der ehemaligen Förderschule Hufschmiedstraße stehen Bauzäune, Fahrzeuge eines Abbruchunternehmens stehen auf dem Schulhof. „Wir sind dabei, das Gebäude herzurichten“, bestätigt Thomas Lehn, Projektmanager beim Gebäudemanagement Wuppertal (GMW). Ab dem Schuljahr 2020/21 soll die ehemalige Förderschule als Interimslösung für das Gymnasium Bayreuther Straße dienen. Dazu werden 25 Klassenräume eingerichtet. Dazu müssen Räume umgebaut, zusammengelegt oder geteilt werden. „Die Fachräume können wir hier nicht abbilden, sie bleiben in der Bayreuther Straße und sind fußläufig erreichbar“, sagt Lehn, der es einen Glücksfall nennt, dass die Schule an der Hufschmiedstraße leer steht.

Zurzeit läuft die Schadstoffsanierung. „In allen Bauten die vor 1996 errichtet wurden, ist der Putz mit großer Wahrscheinlichkeit mit Asbest belastet“, sagt Thomas Lehn. Die Sanierung soll insgesamt etwa 1,2 Millionen Euro kosten. Die Unter- und Mittelstufenschüler des Gymnasiums Bayreuther Straße werden das Gebäude für voraussichtlich zwei bis drei Jahre nutzen. In dieser Zeit soll der naturwissenschaftliche Trakt ihrer Schule erweitert werden. „Anschließend gibt es zwei Möglichkeiten der Nutzung“, sagt Sozialdezernent Stefan Kühn. Es könnte eine Grundschule entstehen.

Städtische Gebäude wurden schon seit mehreren Jahren zwischengenutzt, weil abzusehen war, dass die Schülerzahlen steigen. Im vergangenen Schuljahr gab es in der Stadt Wuppertal 13 731 Grundschüler. Das Schulentwicklungskonzept rechnet für das Schuljahr 2022/23 mit insgesamt 14 020 Grundschülern. „Es ist ziemlich sicher, dass weitere Klassen gebraucht werden“, sagt Kühn. Vor allem in dicht besiedelten Stadtteilen wie Barmen, Oberbarmen, Wichlinghausen und Heckinghausen sollen weitere Klassen eingerichtet werden.

Eine Förderschule wäre
eine mögliche Variante

„In Elberfeld haben wir noch etwas Luft. Da sind noch Plätze frei“, sagt Kühn. Deshalb erwägt die Verwaltung eine weitere Möglichkeit der Nutzung: Das Gebäude an der Hufschmiedstraße könnte erneut zur Förderschule werden. „Es ist nicht klar, wie sich die Inklusion weiterentwickelt“, sagt Stefan Kühn. Viele Eltern entscheiden sich seinen Angaben zufolge für eine Förderschule, weil diese besser mit Sonderpädagogen ausgestattet sind.

Mit dem Einzug der Schüler im kommenden Schuljahr endet auch die Zwischennutzung von zwei Projekten. In der leerstehenden Schule in der Hufschmiedstraße hat sich seit einem Jahr zu einem Ort für Kinderbildungsarbeit mit dem Namen W-edu-ki (Wuppertal-education-kids) etabliert. Hier bietet die Stadt Wuppertaler Migrantenvereinen und -initiativen Räume für teils schon bestehende Lernangebote für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren an. Das zweite Projekt, der Buddy-Treff, ist ein Lern- und Begegnungsort für neuzugewanderte Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren. Das Projekt war vom kommunalen Integrationszentrum dort installiert worden, um eine Anlaufstelle für Jugendliche zu haben, in der sie im Quartier ankommen können.

„Die Angebote werden wir nach Vohwinkel verlagern“, sagt Stefan Kühn. In der ehemaligen Grundschule Elfenhang, die als Ausweichdomizil für die Grundschule Nathrather Straße diente, seien dann Räume frei. Die Bildungseinrichtungen werden damit aus dem Zentrum der Stadt ausgelagert. Das dürfte für die bisherige Arbeit der einzelnen Projekte nicht unbedingt förderlich sein. Der Sozialdezernent Stefan Kühn sagt dazu: „Bei jedem Umzug gibt es Gewinner und Verlierer. Für die einen ist der neue Standort gut und für die anderen schlecht.“

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