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Wuppertaler Schulen: Wenn der Tag der Offenen Tür fehlt

Corona-Pandemie : Schulen: Wenn der Tag der Offenen Tür fehlt

Eltern konnten sich dieses Mal nicht persönlich informieren – ein Problem?

Von Anke Strotmann

Rund 3300 Kinder werden im kommenden Sommer schulpflichtig. Die Anmeldungen finden immer bereits rund zehn Monate vor der Einschulung statt. In den Wochen vor der Anmeldung geht es für viele Eltern im Freundeskreis und in Kitas nur um ein Thema: Auf welche Schule soll unser Kind gehen? Zu dieser hochemotionalen Frage kam in diesem Jahr erschwerend hinzu, dass es gar nicht so leicht war, sich ein Bild von den einzelnen Schulen zu machen. Während es sonst möglich ist, sich eine oder mehrere Grundschulen anzuschauen, hatten die Wuppertaler Grundschulen auf Anraten des Ministeriums für Schule und Bildung den Tag der Offenen Tür ausfallen lassen.

„Die Entscheidung ist für viele Eltern eigentlich schon klar“, sagt Andrea Oppermann, Rektorin der Grundschule Marienstraße. Es sei etwas aufgebauscht worden, dass es keinen Tag der Offen Tür gab. 95 Prozent der Eltern hätten Verständnis dafür geäußert. „Wir sind ein Dienstleister mit unterschiedlichen Profilen“, sagt Oppermann. Über die Homepage könne man sich ein gutes Bild über die Schule verschaffen. Aber meistens gehe es den Eltern darum, sich einen persönlichen Eindruck von Lehrern und der Schulleiterin zu machen. Das Wichtigste aus Oppermanns Sicht ist aber für die Kinder, Freunde in der Nähe zu haben. „Ich rate den Eltern immer, nehmen sie eine wohnortnahe Schule.“

„Die Wuppertaler Schulen haben sich viele Gedanken darüber gemacht, wie sie Eltern informieren können“, sagt Richard Voß, Personalrat Grundschule bei der GEW. Viele Informationen fänden sich auf der Homepage der Schulen, wo zum Teil auch kleine Videos eingestellt wurden, um den Eltern einen Einblick zu verschaffen. Einige Eltern hätten dieses Angebot angenommen, andere hätten angerufen, um Fragen zu klären. Das sei eine große Herausforderung neben dem Schulalltag gewesen. „Es ist eine Ausnahmesituation“, sagt der Schulleiter der Grundschule am Nützenberg.

Der Tag der Offenen Tür habe aufgrund einer Schulmail des Ministeriums für Schule und Bildung nicht stattgefunden. Voss bedauert es, dass die Eltern deshalb nicht die Räumlichkeiten sehen konnten und berichtet: „Bei der Anmeldung wurden mehr Fragen gestellt als sonst.“ Letztendlich hänge die Entscheidung vom Bauchgefühl ab.

Rüdiger Bein von der Stadtschulpflegschaft sagt, dass es immer schön sei, wenn man sich selbst ein Bild machen könne. Die Grundschule habe aber den Vorteil, dass es dort meist viele Kinder gebe, die man aus der Kindergartenzeit oder aus der Nachbarschaft kenne. „Die Eltern kennen sich und sprechen miteinander. Einige haben schon Geschwisterkinder an der Schule und können aus erster Hand berichten“, sagt Bein. Vielleicht gebe es Einzelfälle, die diese Möglichkeit nicht haben, aber ein Gros der Eltern informiere sich über andere. „Kritisch ist der fehlende Tag der offenen Tür eher bei weiterführenden Schulen. Da gibt es unterschiedliche Schulformen, über die man sich informieren möchte“, so Bein. „Bei der Grundschule sehe ich das nicht so eng.“

In Internet-Foren ist
ein Austausch möglich

Weitere Möglichkeiten seien Foren im Internet wie das Nett-Werk Wuppertal, in dem sich Eltern austauschen können. „Es hat sogar vielleicht einen Vorteil, andere Informationsquellen zu nutzen“, sagt Bein, der den Unterricht am „Tag der Offenen Tür“ für wenig repräsentativ hält. Aus seiner Sicht spielt das Thema Betreuung eine entscheidende Rolle. Wenn das Angebot an einer Grundschule nicht so riesig ist, an einer anderen aber genügend Plätze vorhanden sind, sei das häufig ausschlaggebend für die Wahl der Schule.