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Wuppertaler Schüler starten mit Umfragen durch

Junge Wirtschaft : Schüler starten mit Umfragen durch

Am Wochenende gründete sich OIDR als Schülerfirma. Patin ist die Stadtsparkasse.

Junge Leute nach ihrer Meinung fragen – das machen zwölf Schülerinnen und Schüler des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums ganz professionell. Und jetzt auch als Unternehmen. Am vergangenen Freitag gründeten sie die Schülerfirma OIDR als Schülergenossenschaft. Und wollen demnächst auch Personen aller Altersgruppen befragen.

Am Anfang stand die Idee, als Schüler wirtschaftliche Erfahrungen zu sammeln, erzählt Marina Wereschaev (16), frisch gewählte Vorstandsvorsitzende. Sie war damals, vor vier Jahren, noch nicht dabei. Aber sie weiß, dass der Start mit einem Shop für Schreibwarenartikeln in der Schulteeküche den Beteiligten schnell langweilig wurde. „Die hatten ja nur die Schüler als Kunden.“

Aber das wirtschaftliche Arbeiten, das machte so viel Spaß, dass sie nach neuen Geschäftsideen suchten. Auch Eltern, Univertreter und der stellvertretende Schulleiter hätten sich beteiligt. Und die Idee entwickelt, mit Umfragen zum Beispiel Vereinen zu helfen.

Der erste Kunde war der Zoo. Für ihn befragten sie 600 Jugendliche an ihrer Schule, gingen der Frage nach, wie man mehr junge Menschen zu einem Zoobesuch motivieren könnte. Und fanden heraus: Viele ihrer Schulkameraden wusste nichts von der neuen Strategie als „Grüner Zoo“. Also war ihr Vorschlag: Mehr Werbung, mehr Marketing. Und vielleicht eine Ticketermäßigung für Jugendliche.

Den nächsten Auftrag führten sie für den Heimat- und Bürgerverein Cronenberg aus. 1200 Schüler ließen sie Fragebögen ausfüllen. Heraus kam erneut, dass die Arbeit von Bürgervereinen zu wenig bekannt ist. Und dass ganze 60 Prozent der Befragten Lust hätten, sich an Projekten zu beteiligen. Deshalb empfahlen sie dem Bürgerverein auch mehr Werbung, aber auch, mit Kursen und Projekten auf junge Leute zuzugehen. „Und alle sozialen Medien nutzen“, mahnt Marina Wereschaev. „Nicht nur Facebook.“

Jetzt wollen die WDG-Schüler aus der neunten bis zur zwölften Stufe mehr. Sie planen, ihre Papierfragebögen digital auszuwerten, vielleicht per QR-Code auf Websiten zu führen. Sie wollen auch nicht mehr nur an ihrer Schule Umfragen machen, sondern in die Stadt gehen, Jugendcafés und andere Einrichtungen aufsuchen.

Dafür stellten sie ihre Arbeit auf professionellere Füße. Ihre Schülergenossenschaft hat Vorstand, Aufsichtsrat und eine Generalversammlung der Anteilseigner. 84 Anteile à 10 Euro wurden vergeben. Das Startkapital dürfen sie vorübergehend nutzen, aber Ende des Jahres muss es wieder auf dem Konto sien. Und was mit einem möglichen Gewinn passiert, entscheidet die Generalversammlung. Ihren Sitz hat die Firma in der Schule, die stellt ihnen ein Büro zur Verfügung. Wöchentlich treffen sich die Beteiligten, besprechen die anstehende Arbeit, teilen sich auf. Und investieren jede Menge Zeit in ihre Firma.

Ihre Motivation ist der Spaß: „Das ist total interessant“, schwärmt Marina Wereschaev. „Das wird nie langweilig. Mit jedem neuen Kunden sammeln wir neue Erfahrungen.“ Das sei etwas ganz anderes als Schule. „Da muss man liefern, auch wenn man die Nacht durcharbeitet.“ Dabei lerne man auch Dinge wie Disziplin und Zeitmanagement. „Ich bin sehr glücklich dabeisein zu dürfen.“

Pläne für weitere Umfragen haben sie – und auch Kontakt zu potentiellen Kunden. Verraten werde aber noch nichts.