Wuppertaler Schüler entwickeln Theaterprojekt in Südafrika

Engagement : Schüler entwickeln Theaterprojekt in Afrika

Lehrer Rudi Kretschmer war mit einer Wuppertaler Gruppe unterwegs.

Seit Jahren engagiert sich Rudi Kretschmer für Südafrika. Gemeinsam mit Helfern und Schülern aus Deutschland wurden bereits einige Bauprojekte abgeschlossen, unter anderem im Township in Witbank auf dem Schulgelände neue Holzgebäude auf Stelzen errichtet, eine Tribüne gebaut und eine Toilettenanlage. Ziel ist es dabei, auch immer die Menschen vor Ort in die Projekte einzubeziehen. Und ein besonderes Augenmerk richtete Kretschmer, der seit gut drei Jahren an der Gesamtschule Kruppstraße tätig ist, auf die „Special Learners“, also Schüler mit Behinderung, die in Südafrika oftmals ausgegrenzt werden.

Der jüngste Trip nach Südafrika lief allerdings etwas anders ab. Gebaut wurde auch, aber diesmal realisierten die Wuppertaler um Kretschmer mit Hilfe einer Theaterpädagogin auch eine Aufführung. Mit Max Beumker, Ben Besser, Carl Krohn, Sophia Rechmann und Sophie Siegert waren fünf Schüler aus Wuppertal dabei, nicht nur von der Gesamtschule Kruppstraße, sondern auch von der Gesamtschule Barmen und dem Carl-Duisberg-Gymnasium.

Für Max war es bereits der zweite Besuch am Horn von Afrika. „Es macht Spaß, sich für ein soziales Projekt zu engagieren“, sagt der 16-Jährige. Gerade auch die Organisation vor Ort sei spannend. So wurde unter anderem ein gut 100 Meter langer Zaun als Schutz für das Schulgelände errichtet.

Eine völlig neue Erfahrung sei dann aber das Theaterprojekt gewesen. Drei Aufführungen habe es gegeben, an unterschiedlichen Orten. „Und es kam sehr gut an“, erinnert sich Max. Er selbst half beim Bühnenaufbau, baute mit den Kindern aber auch Instrumente wie eine Cajon, eine Kistentrommel.

Das Motto des Stück sei „Jeder ist etwas Besonderes“, erklärt Kretschmer, der betont, das man in diesem Jahr bewusst auch etwas anderes machen wollte „und nicht nur bauen“. Für die Schüler habe zudem ein kleiner Reiseteil auf dem Programm gestanden, unter anderem ging es nach Lesotho.

Die Projekte Kretschmers in Südafrika, mit denen er 2007 noch an seiner alten Schule in Essen begann, leben von Spenden, werden aber auch gefördert, unter anderem von der Staatskanzlei in Düsseldorf. Anfang dieses Jahres wurde die Gesamtschule Kruppstraße für das Engagement ihres Lehrers mit einem Unesco-Zertifikat ausgezeichnet. „Ein Ritterschlag“, so Kretschmer damals.

Für die Zukunft hat er weitere Pläne. So soll für die „Special Learners“ ein Internat gebaut worden. Eine Aufgabe, die aber einige Jahre in Anspruch nehmen wird, ist der Lehrer überzeugt. Doch die Arbeit lohne, ist er überzeugt. Auch Max berichtet im Rückblick über die tollen Reaktionen der Kinder.

Lehrer Rudi Kretschmer erinnert sich an einen besonders eindrucksvollen Moment in Südafrika. Collin. Einer von fünf „Special Learners“, die an den Theater-Workshops teilnahmen, ist 20 Jahre alt und habe nach Angaben seiner Mutter bislang noch nie gesprochen. Nach den Proben brachte Kretschmer Collin nach Hause. „Ich sage zu ihm ,Bis Morgen’ und gehe. Collin kommt ans Auto, sieht mich an und sagt: „Good bye, Rudi“.