Wuppertaler Schauspiel liefert Bühne zum Erleben und Mitmachen

Neues Programm veröffentlicht : Bühne zum Angucken, Erleben und Mitmachen

Education-Programm der Wuppertaler Bühnen für 2019/2020 setzt auf Interdisziplinarität.

Angebote für das Publikum von morgen haben für die drei Sparten der Wuppertaler Bühnen einen besonderen Stellenwert. Um diesen zu betonen und die Zusammenarbeit von Schauspiel, Oper und Sinfonieorchester zu fördern, wurde das Education-Programm für die Spielzeit 2019/20 in einer gemeinsamen Broschüre festgehalten und gesondert von der generellen Spielzeitvorstellung präsentiert. Neben bewährten Formaten wurden neue Angebote in drei Kategorien entwickelt: „Angucken“, „Hautnah“ und „Mitmachen“, vom Vorstellungsbesuch über Gespräche und Führungen bis hin zu eigenen Produktionen. Auch das Tanztheater Pina Bausch will sich breiter aufstellen.

Der Bereich Schauspiel blicke auf die „längste und solideste Tradition“ in der Theaterpädagogik zurück, so Intendant Thomas Braus. Das Kita-Programm „Geschichten lesen“ geht nach dem Erfolg in der aktuellen Spielzeit in die nächste Runde. Ein Highlight soll das Klassenzimmerstück „Out! – Gefangen im Netz“ werden, dessen Aufführung in der Schule im Anschluss Raum für eine Diskussion mit den Schauspielern über das brisante Thema Cybermobbing bietet. Beim Kids Club, beim Jugendclub und dem Theater der Generationen können Theaterbegeisterte selbst aktiv werden.

Das Programm ist ein Teil altersgerechter Musikvermittlung

Orchestermanager Dr. Benjamin Reissenberger betont, das Sinfonieorchester verstehe den Education-Bereich nicht als reines „Audience Development“, also als Erschließen eines neuen Publikums, sondern als den Bildungsauftrag altersgerechter Musikvermittlung. Das beliebte Angebot, das Solisten mit ihren Instrumenten in die Klassenzimmer schickt, soll um Dirigenten und Komponisten erweitert werden, so Education-Managerin Heike Henoch. Auch Probenbesuche und Familienkonzerte stehen auf dem Programm – passend zum Beethovenjahr 2020 unter anderem mit der „Schicksalssinfonie“.

Die Oper habe in Sachen Education immer den größten Nachholbedarf, so Intendant Berthold Schneider. Dabei sei „Oper eine Kunstform, die von der Teilhabe lebt“ – auch ohne jegliches Vorwissen. Für Kinder ab drei Jahren wird im Rahmen des Angebots „Oper von Anfang an“ das Stück „Nils Karlsson Däumling“ gezeigt, die mobile „Kistenoper“ macht Besuche in Grundschulklassen und Abiturienten können ihr Wissen über Kleists „Marquise von O“ in einer Produktion der Hochschule für Musik und Tanz Köln auffrischen, wie die Opernpädagogin Svea Schenkel ausführt. Bei der Community-Oper „Ein Sommernachtstraum“ in Kooperation mit dem Tanztheater Pina Bausch können theaterbegeisterte Schüler selbst auf der Bühne stehen.

Das Tanztheater hat bislang nur sporadisch Education-Programme angeboten, will diese im Lauf der kommenden Spielzeiten allerdings, beginnend mit verschiedenen Workshops, stärker systematisieren, wie Intendantin Bettina Wagner-Bergelt erklärt. Bis dahin sei das Tanztheater jederzeit offen für jegliche Kontaktaufnahme durch Schulen, um gemeinsam Formate zu erarbeiten. Für Schüler sei es in ihrem Empfinden eine besondere Erfahrung, zu sehen, dass „Kunst anders funktioniert als Pädagogik“ – nämlich nicht immer so wie geplant.

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