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Wuppertaler Satiriker Uwe Becker ist in Sachen Impfungen ein alter Hase

Unser Kolumnist wünscht sich mehr Corona in Film und Fernsehen : Uwe Becker ist in Sachen Impfungen ein alter Hase

Unser Kolumnist wünscht sich mehr Corona-Inhalt in Film und Fernsehen.

Gut eine Woche vor Weihnachten hilft eigentlich nur noch beten. Vielleicht wäre es besser, wenn wir alles dicht machen und nur die Kirchen offen lassen. Also auch die Supermärkte schließen. Wenn Glaube Berge versetzen kann, kann er auch das Virus vernichten, Wasser in Wein verwandeln und gebrauchte Alltagsmasken in einen knusprigen Gänsebraten.

In den USA haben einige Sektenführer es leider nicht geschafft, das Coronavirus allein durch die Kraft des Wortes Gottes zu vernichten, obgleich sie bei der Zeremonie ganz böse geguckt haben. Irgendwas lief schief, eventuell versteht das Virus nur Chinesisch. Jetzt müssen unsere Bergischen Pfarrer, Sektenführer und Pastoren es schaffen, das Virus zu killen, immerhin haben wir in Wuppertal mehr als 100 Glaubensgemeinschaften, da wird sich ja wohl eine schlagfeste Elite-Truppe zusammenstellen lassen. Mit Abstand, Maske und Hygiene-Regeln dauert es einfach zu lang. Und Ministerpräsident Armin Laschet kann das Virus auch nicht tot reden. Vielleicht Markus Lanz?

Aber nein, es wird wohl am Ende nur die Impfung helfen. Ich habe keine Bange davor. Was Impfungen angeht, bin ich ein alter Hase, wenn ich das hier einmal so salopp weit vor Ostern formulieren darf. Wenn man fast so alt wie Methusalem ist, kann man eine gewisse Erfahrung und Routine im Impfgeschehen vorweisen. Ich erinnere mich nur ungern, aber auf meinem linken Oberarm ist die tiefe Narbe immer noch gut sichtbar: ich wurde seinerzeit mit einer Axt gegen die Pest geimpft, so etwas können sich die heutigen Impfgegner gar nicht vorstellen. Wer diese brutale Impfung heil überstand, bekam viele Jahre später zur Belohnung ein Stückchen Zucker mit einem Impfstoff gegen die Kinderlähmung.

Mit Ihrer Erlaubnis möchte ich jetzt über einen Aspekt der Pandemie informieren, den viele von Ihnen wahrscheinlich gar nicht auf dem Schirm haben. Auf Grund meiner weitreichenden Beziehungen habe ich verblüffende Details aus der Fernsehserie- und Filmbranche erhalten. Es ist, ich muss es so deutlich sagen, unglaublich und kaum zu fassen. Auf Nachfrage, wann denn die ersten Filmproduktionen auf den Markt kommen, die in der Zeit der Corona-Pandemie spielen, wurde mir unter dem Siegel der Verschwiegenheit gebeichtet, dass das Thema Pandemie nicht behandelt wird, weil die Schauspieler keinen Bock haben, Masken bei den Aufnahmen zu tragen, das sie diese oft endlos lang in den Drehpausen aufhaben müssen. Ich musste mich immer wieder kneifen, ob das, was ich da gehört habe, wirklich der Wahrheit entspricht. Corona wird einfach totgeschwiegen? Aber nicht, weil Merkel das befohlen hätte, nein, einzig aus Eitelkeit, weil man ihre Gesichter so selten sehen würde und weil man so schlecht Luft unter der Maske bekäme. Und so was erfährt man, wenn gerade die Rundfunkgebühren um 86 Cent erhöht werden sollen.

Ich appelliere an den WDR-Intendanten Tom Buhrow und alle Verantwortlichen der Filmindustrie, dieses Vorgehen zu unterbinden. Wir wollen Masken-Filme, aber nicht Zorro oder Halloween, sondern Krimis und Komödie mit hübschen Alltagsmasken und wenn’s geht, mit halbwegs ordentlichen Drehbüchern. Man kann diese Zeit der Pandemie doch nicht einfach ignorieren, weil das Tragen der Masken unbequem ist. Auf das Tanztheater Pina Bausch wäre dagegen Verlass. Die Wuppertaler Company der Weltklasse würde ohne mit der Wimper zu zucken jedes Stück auch mit Maske tanzen. Einschließlich Wasserfontänen von rechts, links, oben und unten.