Wuppertaler Realschule will sich öffnen

Bildung : Realschule Boltenheide will sich öffnen

An der Boltenheide setzt man auf mehr Kontakt mit den Nachbarn. Dabei soll das neue Außengelände helfen.

Größere Umbaumaßnahmen laufen derzeit auf dem Außengelände der Realschule Boltenheide. Hier entstehen eine Beach-Volleyball-Anlage und ein 40 mal 16 Meter großer Fußballplatz mit Naturrasen. Letzterer wurde bereits weitgehend fertig gestellt, es fehlen nur noch die Umrandung und die Ballfangnetze. Auch das Volleyballfeld macht gute Fortschritte. Spätestens im Frühjahr sollen beide Flächen genutzt werden können.

Die Umsetzung dieser Maßnahmen verdankt die Schule zu einem großen Teil der Spendenplattform „Gut für Wuppertal“. Durch sie konnte sie die Finanzierung von knapp 40 000 Euro sichern. Rund 13 000 Euro davon stellt die Schule durch Eigenmittel selbst zur Verfügung.

„Wir freuen uns riesig über die Spendenbereitschaft, mit der wir endlich ein sportliches Angebot direkt an unserer Schule verwirklichen können“, sagt Schulleiterin Jutta Paul–Fey. Im Gebäude war früher die Technische Akademie untergebracht, eine Sportstätte fehlt dort. „Da unser Standort in einem Naturschutzgebiet liegt, ist der Bau einer zusätzlichen Halle auch nicht möglich“, erklärt Hasan Emil, Geschäftsführer des Trägervereins der Schule.

Bisher müssen die Schüler für den Sportunterricht auf die Sporthalle der ehemaligen Grundschule am Elfenhang ausweichen. „Zumindest im Sommer haben wir jetzt eine Alternative“, sagt Jutta Paul-Fey. Mit der neuen Anlage gibt es außerdem eine Trainingsfläche für die an der Realschule äußerst aktive Fußball-AG.

Damit sparen wir viel Zeit und müssen nicht erst 15 Minuten bis zum nächsten Platz laufen“, sagt der 16-jährige Leroy. Er kann es kaum erwarten, das professionell eingerichtete Rasenfeld zu nutzen. Ähnlich geht es seiner 18-jährigen Mitschülerin Viktoria, die ebenfalls begeistert Fußball spielt. Wie Leroy hat sie eine Ausbildung zur Sporthelferin absolviert. „Wir haben jetzt viel mehr Möglichkeiten“, erklärt die Schülerin.

Fußball- und Volleyballturniere
mit Menschen aus dem Quartier

Künftig soll das Angebot noch durch einen Trimm-Dich-Pfad auf dem Schulgelände erweitert werden. Auch dafür sind Spenden möglich. Die Einrichtung des Pfads ist für das kommende Jahr geplant.

„Der Pfad soll auch von unserer Nachbarschaft genutzt werden können“, sagt Jutta Paul Fey. „Außerdem planen wir Fußball- und Volleyballturniere mit jungen Menschen aus dem Quartier“, ergänzt Hasan Emil. Damit will die Schule im Vohwinkeler Süden ihre Ausrichtung einer stärkeren Öffnung nach außen fortsetzen. Diesbezüglich gab es in der Vergangenheit Kritik an der privaten Einrichtung.

Schon die Gründung vor zehn Jahren war nicht unumstritten. Träger ist der türkische Spektrum Bildungs- und Dialogverein aus Solingen. Bürger und Politiker befürchteten Probleme bei der Integration.

Die Schule verwies stets auf eine überkonfessionelle Arbeit, staatlich anerkannte Lehrpläne und Deutsch als Unterrichtssprache. Gleichwohl hatte der größte Teil der Schüler lange Zeit einen türkischen Hintergrund. Laut Schulleitung und Trägerverein hat sich das geändert.

„Wir sind ein Spiegelbild der Gesellschaft in diesem Stadtteil“, betont Jutta Paul–Fey. Die Realschule werde von Schülern aus 17 verschiedenen Nationen besucht. Noch 70 von 170 Schülern hätten einen türkischen Migrationshintergrund. „Türkisch als Wahlpflichtfach läuft mangels Interesse gerade aus“, erklärt Hasan Emil.

Der Lehrer für Deutsch und Geschichte sieht durch die neuen Außenanlagen eine Chance zum Miteinander im Quartier. „Sport ist ein Motor für die Integration“, betont er. Im kommenden Sommer soll noch eine Ferienfreizeit auf dem Gelände zusammen mit der Caritas stattfinden. „Es gibt viele neue Ideen“, sagt Jutta Paul-Fey.