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Wuppertaler putzen die Nordbahntrasse

Aktion : Wuppertaler putzen die Nordbahntrasse

Es gab 52 Anmeldungen für den Frühjahrsputz – auf Corona-Regeln wurde geachtet.

Sonnenklar: Ohne Fleiß keine saubere Nordbahntrasse. Daran arbeiten ESW, Wichernhaus und Trassenpaten das ganze Jahr über. Der Frühjahrsputz des Vereins Wuppertalbewegung kümmert sich um das, was nicht zum regulären Pflegeprogramm gehört. Da werden nicht bloß die Böschungen nach Müll abgesucht, sondern auch Schilder und Wegmarkierungen gesäubert.

Für den Frühjahrsputz 2021 gab es vorab 52 Anmeldungen. Da coronabedingt nur zehn bis 15 Helfer gleichzeitig tätig sein sollten, konnte man sich online direkt für einen Streckenabschnitt eintragen. Treffpunkte waren die ehemaligen Bahnhöfe von Ottenbruch bis Wichlinghausen.

Die Reinemachaktion begann am Samstag um 10 Uhr, Startpunkt war der Zugang zur Trasse am Homanndamm. Die Ersten vor Ort waren Wolfgang und Christine Ansorge. Durch ihre neongelben Westen fielen sie schon von weitem auf. Die Namensschilder wiesen die Ansorges als Mitglieder der Wuppertalbewegung aus. Der Frühjahrsputz war für sie dennoch eine Premiere. Sonst nämlich sind sie beim „Greenteam“ des Vereins aktiv, das den Belvedere-Park oberhalb der Trasse sauber hält.

Teilnehmer Manfred Clasen, der in der Nähe des Homanndamms wohnt, hatte um halb zehn noch am Frühstückstisch gesessen. Als er im Radio vom Frühjahrsputz hörte, entschied er sich kurzerhand zum Mitmachen. „Die Nordbahntrasse ist eines der besten Projekte in den letzten 20 Jahren“, findet Clasen. „Dafür kann ich ja einen kleinen Beitrag leisten.“

Schließlich wartete ein Dutzend Helfer – mit gebührendem Abstand – auf die Putzutensilien. Die brachte ein ESW-Transporter. Am Steuer saß Carsten Gerhardt, der als Vorsitzender der Wuppertalbewegung die Aktion bis zur Endstation Grundstraße in Langerfeld begleitete. Von der Ladefläche des Fahrzeugs nahm sich jeder, was er brauchte: Arbeitshandschuhe, Müllbeutel, aber auch Besen und lange Greifzangen.

Der Greifer war das richtige Werkzeug, um den Abfall aus dem Schotter links und rechts der Trasse zu ziehen. Kippen, Scherben, Plastikfetzen – so unscheinbar die Abfälle wirkten, so zahlreich waren sie auch. Besonders in der Nähe von Bänken und Sitzgruppen. Fundsachen, die aus dem Rahmen fielen, sorgten unter den Teilnehmern für Grinsen bis Gelächter. So die mehr oder weniger verblichenen Tennisbälle. Wenn man sich umschaute und die Sportplätze entlang der Trasse sah, war das Woher und Warum geklärt.

Radfahrer und Passanten bedanken sich für die Arbeit

Während die einen die Nachhut bildeten, fuhren die anderen mit dem Transporter voraus. Ein Team um Gerhardt griff zu Lappen und Putzmitteln, um Mülleimer zu säubern. Dann wieder brauchte es eine Trittleiter, damit die Wegweiser wieder lesbar wurden.

Spaziergänger und Fahrradfahrer, die das gute Wetter auf die Trasse lockte, blickten neugierig zu den Abfallsammlern herüber. „Eine mühselige Arbeit, die Sie da machen“, hieß es. Aber auch: „Super! Danke für euren Einsatz.“

Als sich Manfred Clasen am Ende des ersten Streckenabschnitts verabschiedete, war er guter Dinge. „Auf jeden Fall“ sei er beim nächsten Frühjahrsputz wieder dabei. „Ich fühle mich da verpflichtet“, sagte er. Schon weil er selber so viel Freizeit auf der Nordbahntrasse verbringt.