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Wuppertaler Parkschlösschen: Wenn die Regeln fehlen

Denkmal : Wuppertaler Parkschlösschen: Wenn die Regeln fehlen

Die klassischen Villen werden für manch einen privaten Eigentümer zum sprichwörtlichen Klotz am Bein.

Wenn im Briller Viertel neu gebaut wird, gibt es immer Diskussionen. Wohnen im Villenviertel ist begehrt, Bauplätze sind rar gesät. Viele Bauwerke sind dank des Denkmalschutzes - zum Glück - unantastbar. Doch die klassischen Villen werden für manch einen privaten Eigentümer zum sprichwörtlichen Klotz am Bein. Der Unterhalt ist teuer und mit den teils riesigen Grundstücken können viele nichts anfangen - und versuchen deshalb, es in Bauland umzuwandeln. Die Hürden sind nicht hoch, weil die Stadt es versäumt hat, einen Rahmen zu schaffen, um die Bebauung zu steuern. Selbst manche Bauherren räumen ein, dass  das, was sie auf die Flächen setzen, kaum ins Viertel passt. Eine Denkmalbereichssatzung ist seit Jahren angekündigt, wann sie kommt, steht in den Sternen. Natürlich mischen auch Investoren mit. Ein Beispiel: die Villa Amalia. Rund um das Denkmal sind drei Wohnhäuser geplant. Es gibt viel Kritik, machen können Anwohner und Politik wenig. Auch beim Parkschlösschen ist die Einflussnahme begrenzt. Es gibt nicht mal einen Bebauungsplan. Die Stadt muss planungsrechtlich nachlegen, keine Frage. Doch was kommt dann? Die, die am lautesten gegen die Neubauten wettern, sind nicht die, die im Zweifelsfall die Villa Amalia oder das Parkschlösschen selbst vor dem Absturz zur Schrottimmobilie hätten retten können. Und für die, die investieren wollen, muss sich ein Projekt rechnen - und das tut es kaum ohne die Neubauten nebenan. Welche Kröte ist schwerer zu schlucken: Die, dass sich neue Bauten im Briller Viertel breit machen, die wenig mit der vorhandenen Architektur gemein haben, oder die, dass die Villen auf Dauer dominierend bleiben - dafür aber die ein oder andere verschwindet, weil niemand Unterhalt oder Restaurierung übernehmen kann?