Wuppertaler Ninjas zeigen die Polizei an

Wuppertaler Ninjas zeigen die Polizei an

Weil eine Waffenbesitzkarte nur unter Auflagen erteilt werden soll, hat der Kampfsportverein Ito Ryu Anzeige erstattet.

Wuppertal. Kampfeslustig gibt sich der Verein Ito Ryu Wuppertal, dessen 40 Mitglieder eine spezielle Form der Kampfkunst aus dem japanischen Altertum betreiben. Am Mittwoch stellte Helmut Klaus, Vorsitzender des Vereins, gegen die Bewilligungsstelle der Wuppertaler Polizei, Abteilung für Waffenrecht, Strafantrag wegen Rechtsbeugung (§ 339 StGB). Der Grund ist der Streit um einen Ende 2011 gestellten Antrag auf eine Waffenbesitzkarte. Den will die Polizei nicht ohne Auflagen genehmigen.

Die Polizeistelle hat den Verein aufgefordert, Waffenschrank und Schießstand sowie eine Befürwortung des Schützenbundes nachzuweisen. Helmut Klaus bezweifelt, dass es für diese Forderungen eine Rechtsquelle gibt. Ein Thema, mit dem sich nun Amts- und Verwaltungsgericht beschäftigen müssen. „Trotz beigebrachter Dokumente, Unterlagen und der Mitgliedschaft des Vereins im Stadtsportbund und im Bund Deutscher Sportschützen Landesverband NRW wird uns die waffenrechtliche Genehmigung verwehrt“, sagt Helmut Klaus. Er bedauert, dass „sich nun ein Verwaltungsprozess in Gang setzt“. Der Verein habe alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, was ihm vom Bund Deutscher Sportschützen und einem Fachanwalt für Waffenrecht bestätigt werde.

Der Verein plant, seine Mitglieder an Percussionswaffen auszubilden. Das Schießen mit historischen Steinschlosswaffen sei Bestandteil des Ninjutsu, der Kampfkunst der japanischen „Schattenkrieger“ des Altertums, die unter dem Begriff Ninja zusammengefasst werden. „Die Schießausbildung beginnt erst ab dem braunen Gurt. „Wenn ein Mitglied so weit kommt, dann haben wir es vier Jahre beobachtet“, sagt Helmut Klaus, der kein Verständnis dafür hat, warum für Ito Ryu schärfere Regeln als für andere Schützenvereine gelten sollen.

Der Verein möchte sich eine Sig Sauer P 228 als Übungspistole anschaffen. „Die frühere Dienstpistole der Polizei ist uns von Experten als Ausbildungspistole empfohlen worden. Erst nach einer Sachkundeprüfung soll dann mit den komplizierteren Percussionswaffen geschossen werden“, sagt Klaus. Auf seinen Namen soll die Waffenbesitzkarte ausgestellt werden. Schießübungen sind nur auf Schießplätzen vorgesehen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung