Mobilität: Wuppertaler Nahverkehrsplan wird sich verspäten

Mobilität : Wuppertaler Nahverkehrsplan wird sich verspäten

Erste Ergebnisse für Juni 2019, die Umsetzung ab 2022 vorgesehen.

Eigentlich sollten die Resultate schon vorliegen und beschlossen sein, doch weil Personal in der zuständigen Abteilung fehlte, kann die Fortschreibung des Nahverkehrsplans für Wuppertal nur mit Verzögerungen stattfinden. Volker Köpper vom Ressort Straßen und Verkehr stellte jetzt die neue Planung im Verkehrsausschuss vor.

Danach sollen ab Juni 2019 Ergebnisse dazu vorliegen, wie die Buslinien auf die geplante schnellere Taktung der Schwebebahn angepasst werden sollten, wie die Nahverkehrs-Nutzung gesteigert werden kann und was für die gesetzlich geforderte Barrierefreiheit des Nahverkehrs getan werden muss. Nach einer Diskussion in Bezirksvertretungen und Verkehrsausschuss sollen aber weitere Daten einfließen, unter anderem aus einer Haushaltsbefragung zur Nutzung verschiedener Verkehrsmittel (“modal split“). Zudem werden dann neue Zahlen aus der Zeit nach der Wiedereröffnung der B7 und der Eröffnung des Busbahnhofs am Döppersberg vorliegen, die auch einbezogen werden, ebenso das dann erarbeitete Mobilitätskonzept für Wuppertal.

Anfang 2021 sollen sich Bezirksvertretungen und Verkehrsausschuss erneut mit dem überarbeiteten Konzept befassen. Und dann sind auch die Bürger gefragt. Insgesamt ist für die Diskussion mit Bürgern mehr Zeit vorgesehen. „So steht ausreichend Zeit für Stellungnahmen und Anregungen aus der Brügerschaft zur Verüfgung“, heißt es in der Vorlage. Auf welche Weise die Bürger beteiligt werden, muss die Stabsstelle Bürgerbeteiligung noch erarbeiten.

Der eigentliche Beschluss des Plans durch den Rat soll Ende 2021 fallen, die Umsetzung in 2022 erfolgen. Ein kleines Risiko bleibt der Ausfall der Schwebebahn. Sollte sie länger als bis August 2019 stillstehen, könnte es zu weiteren Verzögerungen kommen.

Anja Liebert von den Grünen erklärte resigniert: „Wir warten schon das eine oder andere Jahr auf den Nahverkehrsplan. Jetzt sind wir froh, wenn 2022 der Endpunkt ist.“ Sie warnte: „Wenn wir so weitermachen, führt das dazu, dass die Menschen sich vom Nahverkehr verabschieden.“

Dem widersprach Verkehrsdezernent Frank Meyer (SPD): „Fahrgäste richten sich nicht danach, was im Nahverkehrsplan steht, sondern nach dem, was da ist. Entscheidend ist die Qualität vor Ort.“ Er wies auch auf die Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Nahverkehrs hin. Das Bürgerticket könne nicht das letzte Mittel sein: „Wir brauchen Perspektiven. Das wird nicht ohne Zuschüsse von Land und Bund gehen.“ Denn die Stadt könne die Kosten nicht allein stemmen.

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