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Wuppertaler Nachtschwärmer legt sich zum Ausruhen auf die Straße

Polizei-Tagebuch : Wenn Nachtschwärmer sich auf Straßen ausruhen wollen

Polizist Max Bieringer berichtet von seinen Erlebnissen auf Streife in Wuppertal.

Gegen Ende eines Nachtdienstes wurden mein Kollege und ich zu einer „leblosen“ Person gerufen, die mitten auf einer Wuppertaler Nebenstraße liegen sollte. Anwohner hatten angerufen und sich Sorgen gemacht.

An der Einsatzörtlichkeit stellte sich schnell heraus, dass es sich bei der Person keinesfalls um einen medizinischen Notfall handelte. Es war lediglich ein Nachtschwärmer, der sich von dem scheinbar anstrengenden Heimweg aus der Elberfelder Innenstadt ausruhen wollte und dafür einen denkbar ungünstigen Platz gefunden hatte. Zum Glück war in den frühen Morgenstunden entsprechend wenig Verkehr! Er schien über unser Erscheinen sehr überrascht und wunderte sich, warum er noch nicht im Bett liege. Wir stützten den müden jungen Mann die wenigen Meter bis zu seiner Wohnanschrift, wo wir ihn in die Obhut seiner Freundin übergaben.

Im Spätdienst nahmen mein Kollege und ich eine scheinbar aufgelöste ältere Dame am Fahrbahnrand wahr. Die Dame saß auf ihrem Rollator und schilderte, dass ihr unbekannte Täter die Geldbörse aus dem Gepäckfach ihres Rollators entwendet hätten. Nachdem wir die Dame beruhigen konnten, stellte sich heraus, dass sie ihr zuvor abgehobenes Bargeld in der Innentasche ihrer Jacke verstaut und nicht in der Geldbörse transportiert hatte. Die Dame konnte uns jedoch leider keine Hinweise zu den Tätern und der Tatörtlichkeit geben, da sie zuvor in mehreren Geschäften gewesen sei, in welchen sich Leute eng an ihr vorbeigedrängt hätten. Für uns galt es daher vor Ort die entwendeten Ausweise und Kreditkarten zu erfragen, um bei der Fertigung der Strafanzeige die Karten gegen unberechtigten Zugriff zu sperren und die Ausweise zur Fahndung auszuschreiben. Die Dame kontaktierte anschließend einen Enkel, der sie mit dem Auto nach Hause fuhr, denn sie wollte verständlicher Weise nicht alleine den Heimweg antreten.

Gegen Ende dieses Spätdienstes wurden zwei unserer Streifenwagen, die seit sieben Stunden das erste mal auf der Wache waren, um die angefallenen Anzeigen zu schreiben und etwas zu essen, zu einem vermeintlichen Einbruch gerufen. Zwei Täter würden versuchen, über einen Zaun zu klettern und auf ein Grundstück zu gelangen. Eine besorgte Nachbarin hatte angerufen.

Unter Inanspruchnahme von Sonder- und Wegerechten fuhren wir die B7 entlang, um schließlich festzustellen, dass es sich bei den beiden „Einbrechern“ um zwei Jungen in Sportkleidung handelte. Die beiden hatten ihren Fußball vom naheliegenden Bolzplatz über den Zaun geschossen und nun versucht, mit vereinten Kräften über den Zaun auf das Grundstück zu gelangen, um ihren Ball wiederzuholen.

Bei unserer Ankunft standen die Jungs mit dem Eigentümer des Grundstücks und ihrem Ball auf der Straße vor dem Objekt und waren ziemlich verwundert über unser Erscheinen. Zur Erleichterung aller ließ sich die Situation jedoch schnell aufklären.