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Wuppertaler Luisenviertel: Arne Mangold übernimmt die Viertelbar

Gastronomie in Wuppertal : Luisenviertel: Arne Mangold übernimmt die Viertelbar

Florian Horras hat einen Nachfolger am Tresen gefunden: Arne Mangold, gebürtiger Wuppertaler und Gastronom in Lübeck, kehrt in seine Heimat zurück.

Das Aus ist abgewendet: Die Viertelbar wird bald wieder eröffnen. Im Februar hatte Florian Horras, der die Bar im Luisenviertel vor 15 Jahren eröffnet hatte, das vorläufige Ende erklärt. Viele bedauerten das in den Sozialen Netzwerken. Und einer, der Horras’ Post bei Facebook gelesen hatte, ergriff die Initiative: Arne Mangold tritt die Nachfolge am Tresen an. Für die WZ machten er und Horras die symbolische Übergabe mit der „Ente“. Ein Relikt, das noch aus Zeiten des spanischen Restaurants La Guitarra, dem Vorgänger der Viertelbar, stammt, „und irgendwie jede Putzaktion überlebte“, scherzt Horras.

Für Mangold ist es die erste Etappe einer Rückkehr. Der 35-Jährige ist selbst Gastronom, betreibt in Lübeck zwei Kneipen. Die werden jetzt Geschäftsführer leiten. Denn Mangold ist vor allem gebürtiger Wuppertaler und, wie er erzählt, immer gerne in der Heimat „und natürlich im Luisenviertel“. Horras, der die Gastronomie im Schloss Lüntenbeck übernehmen wird, sei schnell klar gewesen: „Das passt mit der Nachfolge.“ Und der „Neue“ freut sich, auch wenn Corona vielleicht nicht die beste Zeit sei, eine Kneipe aufzumachen. Von Größe und Publikum her seien das Luisenviertel und das Lübecker Kneipenviertel ähnlich. „Schön bunt“, sagt Mangold.

Der Name, die Getränke
und das Team bleiben

Wann es genau in der Viertelbar los geht, stehe noch nicht fest. „Montag wird es auf jeden Fall nicht sein“, sagt er und lacht. Hetzen lassen will er sich nicht. Zwar darf Gastronomie unter Auflagen wieder öffnen, doch müsse man schauen, wie und ob die überhaupt eingehalten werden können, so Mangold. Erst will er noch mal den Boden abschleifen, die Toiletten aufhübschen.

Groß umstellen müssen sich die Gäste nicht. „Es wird bekannte Getränke und bekannte Gesichter geben“, kündigt der neue Chef an. Das Mitarbeiterteam von Horras soll bleiben. Veranstaltungen seien vorerst nicht geplant. Dazu müssten auch Gespräche wegen einer notwendigen Konzession geführt werden. Konzerte & Co. machten zwar Spaß, sind sich der alte und neue Pächter einig. „Aber damit steht und fällt nicht der Betrieb“, ist Mangold überzeugt. „Hauptsache, wir können bald aufmachen.“

Dass es an der Luisenstraße 96 nach der Corona-Zwangspause weitergeht, freut auch Jörg Eckhardt Kuznik, Vorsitzender der IG Luisenstraße. „Es ist schön, dass wir dort keinen Leerstand haben.“

Horras hätte sich natürlich einen emotionaleren Abschied gewünscht. Am 25. April hätte es eigentlich eine Party geben sollen — die fiel corona-bedingt flach. Es sei schon komisch gewesen, erklärt Horras. Mit seinem alten Weggefährten Kolja Starkowski sei er aufgrund der Auflagen allein im Laden gewesen. „Wir haben ein paar alte Songs laufen lassen. Aber es war schon ein sehr, sehr stiller Abschied.“ Denn eigentlich sei die Viertelbar bekannt gewesen für die „schönen Sachen“. Er erinnert an legendäre „Jahrespartys“, bei denen die kleine Kneipe schon mal zum virtuellen Aquarium wurde oder mit Sand zur Beachbar. In Zukunft will er „seiner“ Bar als Gast die Treue halten. „Wenn ich ins Viertel gehe, dann natürlich in die Viertelbar.“