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Wuppertaler Liste Power of Color: „Wir wollen eine positive Veränderung“ 

Kommunalwahl : Power of Color: „Wir wollen eine positive Veränderung“

Kandidaten von acht Parteien und Gruppen treten zur Wahl für den Integrationsausschuss an.

„Wir wollen positiv etwas verändern“, betont Helin Kilagöz. Das ist ihr wichtig. Sie gehört zu „Power of Color“, einer Gruppe, die sich gegen Diskriminierung und Rassismus einsetzen und das Bewusstsein dafür verbessern will. Und deshalb auch für den Integrationsausschuss kandidiert.

Denn am Sonntag werden nicht nur der Oberbürgermeister sowie die Mitglieder von Rat und Bezirksvertretungen gewählt. Sondern auch ein Teil der Mitglieder des Integrationsausschusses. Dieser Ausschuss vertritt die Interessen der rund 140 000 Menschen mit Migrationshintergrund in Wuppertal. 15 der 25 Mitglieder werden von den Menschen mit Migrationshintergrund gewählt, zehn von den Ratsfraktionen ernannt.

Forderung nach einer Antidiskriminierungsstelle

Das Gremium erhält mit der Wahl einen neuen Status: Bisher hieß es „Integrationsrat“, nun wird es ein Ausschuss. „Damit hat das Gremium ein höheres Gewicht“, erklärt Johannes van Bebber, aktueller Vorsitzender. Ein Ausschuss müsse bei Entscheidungen des Stadtrats zu ihn betreffenden Themen eingebunden werden – bei einem Integrationsrat sei das nicht zwingend.

Acht Listen treten an, teils von Parteien (SPD, CDU, Grüne, Linke, Freie Wähler), teils unabhängig (Liste der Afrikaner in Wuppertal, Liste Jamel Othmani, Power of Color). Sie haben sich viele Themen auf die Fahnen geschrieben. Die meisten betonen, dass Bildung wichtig und Sprache der Schlüssel zur Integration ist. Deshalb fordert Mohamed Abodahab für die SPD einen weiteren Kita-Ausbau, den Bau der siebten Gesamtschule und Sprachförderung für Zuwanderer-Kinder. Georgia Manfredi von den Linken kritisiert, dass zugewanderte Kinder zu oft lange auf die Erlaubnis zum Schulbesuch warten müssten. Und dass Sprachkurse zu wenig auf ihre Qualität überprüft werden. Die CDU will gemeinsam mit Unternehmen Qualifizierungs- und Ausbildungsinitiativen schaffen. Die Grünen wollen mehr Sprachkurse mit Kinderbetreuung für Mütter.

Dass sich die Vielfalt der Bevölkerung auch in der Stadtverwaltung und anderen Organisationen spiegelt, fordern etwa CDU, Grüne, Power of Color und die SPD. Mohamed Abodahab schlägt dafür vor, Bewerbungen zunächst ohne Namen und Foto zu sichten.

Eine Stelle, die sich gezielt gegen Diskriminierung und Rassismus einsetzt, fordern mehrere Listen: Die CDU will einen ehrenamtlichen Rassismusbeauftragten, die Grünen eine Antidiskriminierungsstelle, ebenso Power of Color.

Power of Color fordert vor allem eine Auseinandersetzung mit Rassissmus, eine Aufarbeitung der Wuppertaler Kolonialgeschichte und eine Beschäftigung damit, wie während der Kolonisierung Diskriminierung und Rassismus strategisch gegen die kolonisierten Menschen eingesetzt wurde. Dabei ist ihnen wichtig, nicht zu moralisieren. Sie schlagen zudem vor, ein Denkmal für die Leistungen von Menschen mit internationaler Familiengeschichte zu errichten.