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Wuppertaler Landwirt ärgert sich über illegale Mülldeponie

Umweltverschmutzung : Landwirt ärgert sich über illegalen Müll

Noch muss geklärt werden, wer für die Entsorgung zuständig ist. Den Verursachern drohen hohe Strafen.

Böse Überraschung für Landwirt Tim Neues: Auf dem Weg zu einer Kontrolle seiner Kühe entdeckte er auf einer Wiese an der Ehrenhainstraße eine illegale Müllkippe. Rund drei Kubikmeter alte Schuhe hatten rücksichtlose Verursacher hier abgeladen. Für den Betreiber des Hof Sonnenberg in Vohwinkel war es leider nicht die erste Erfahrung dieser Art. „Das passiert meinen Berufskollegen und mir immer wieder“, berichtet Neues. Auf den meist abgelegenen landwirtschaftlichen Flächen werde rechtswidrig Müll, Bauschutt oder Grünschnitt entsorgt. „Ich hatte auch schon Reifen auf meinem Gelände“, sagt der Landwirt. Die alten Schuhe seien in diesem Fall aber auf der Zuwegung zu seiner Pachtfläche abgeladen worden, so dass er nicht selbst für die Beseitigung aufkommen müsse. „Trotzdem ist das sehr ärgerlich“, betont Neues, der auch Vorsitzender der Ortsbauernschaft Wuppertal-West ist.

Grundstücksbesitzer müssen teils für Entsorgung aufkommen

„Der Müll stammt wahrscheinlich aus einer Altkleidersammlung“, vermutet er. Es sei traurig, wenn Schuhe zur Weiterverwertung zum Container gebracht würden und dann schließlich auf der Wiese landen. So sieht es auch Stadtsprecherin Ulrike Schmidt-Keßler. „Wir können verstehen, dass die Bürger über diese Rücksichtslosigkeit wütend sind“, erklärt sie. Wer eine illegale Mülldeponie entdeckt, sollte wie in diesem Fall das Ordnungsamt verständigen. „Die Kollegen schauen dann, ob es sich um eine städtische oder eine Fläche im Eigentum Dritter handelt“, sagt Schmidt-Keßler. Bei der Wiese an der Ehrenhainstraße könne es sich durch die Nähe zur Autobahn auch um ein Gelände von Straßen NRW handeln. Ist das geklärt, werde die fachgerechte Entsorgung veranlasst.

Eine Gefahr gehe von der dortigen Halde nicht aus, so dass keine Sofortsicherung notwendig sei. Richtig ärgerlich ist illegaler Müll auf privaten Flächen. „Dann müssen die Besitzer die kompletten Kosten für den Abtransport tragen“, erklärt Ulrike Schmidt-Keßler. Allerdings sollten sich die Verursacher darüber im Klaren sein, dass es sich hier nicht um ein Kavaliersdelikt handelt. Wer Abfall einfach am Straßenrand, auf Grünflächen oder gar im Wald entsorgt, begeht in der Regel zwar nur eine Ordnungswidrigkeit, muss aber tief in die Tasche greifen. Je nach Größenordnung können die Bußgelder schon mal vierstellig ausfallen. Erheblich teurer wird es, wenn es sich um schadstoffhaltige Stoffe wie zum Beispiel Altöl handelt. Besteht dann noch ein gewerblicher Hintergrund, bei dem Unternehmen einfach Geld für die fachgerechte Entsorgung sparen wollen, können bis zu 100 000 Euro fällig werden.

Bei den alten Reifen auf seinem Gelände konnte Tim Neues übrigens den Verursacher ausfindig machen. „Den habe ich angerufen und gesagt, entweder ist in einer halben Stunde alles weg, oder es gibt richtig Ärger“, erzählt der resolute Landwirt. Kurze Zeit später seien die Reifen verschwunden gewesen.