Wuppertaler Kultur im Kontor: Mietschulden sind Grund für Kündigung

Nachgehakt : Kultur im Kontor: Mietschulden sind der Grund für Kündigung

Nach dem Aus für Kultur im Kontor meldet sich jetzt der Gebäude-Eigentümer zu Wort.

Eine Blues-Night sollte jetzt am Samstag im Kultur im Kontor stattfinden, später Comedy, südamerikanische Weihnachtsmusik, ein Foto-Workshop und eine Multivision-Show. Doch die Kleinkunstbühne an der Cronenberger Hauptstraße muss schließen: Christoph Kuberka hat die Kündigung bekommen. Innerhalb von zwei Wochen muss er alles leer räumen. 20 Konzerte muss er bis zum Jahresende absagen. Wer schon Tickets hat, soll sein Geld problemlos zurückbekommen. „Ich wollte für den Stadtteil etwas tun“, erklärt der Musiker, der seit 27 Jahren in Cronenberg Gitarrenunterricht angeboten hat. Die letzten vier Jahre war er in dem 250 Quadratmeter großen Gewerbegebäude im Hinterhof. Dort organisierte er regelmäßig Kulturveranstaltungen und servierte dazu Kaffee und Kleinigkeiten.

Doch das Konzept ging offenbar nicht auf. „Seit 2015 sind schleichend immer höhere Mietschulden aufgelaufen“, sagt Sandro Herzberger. Drei Monate habe der Musiker zwar zuletzt bezahlt, davor aber nur sporadisch. Herzbergers Mutter ist die Eigentümerin der Immobilie, er kümmert sich für sie um die Vermietung und Verwaltung. „Wir haben ja schon zwei Jahre lang abgewartet – aber Herr Kuberka hatte auch keine Idee, wie er die horrenden Schulden abbezahlen könnte“, bedauert Sandro Herzberger. Auch nach mehreren Mahnungen sei nichts passiert.

Kuberka will in einem anderen Stadtteil neu anfangen

„Wir wollen keinen großen Gewinn machen – aber es muss laufen“, erklärt Herzberger. Das Gebäude habe gerade erst eine neue Heizung und Hebeanlage bekommen, auch der Hof müsse dringend saniert werden. Jetzt sucht die Eigentümerfamilie einen neuen Mieter für das Gewerbegebäude.

Christoph Kuberka will nach seinem Auszug erst einmal eine Pause machen und ab Dezember seinen Gitarrenunterricht mobil bei seinen Schülern zu Hause anbieten. Übergangsweise hat er einen Lager- und Wohnraum angeboten bekommen, wo er seine Bühne und Theke unterstellen kann. Noch einmal möchte er jedoch so eine Kleinkunstbühne nicht eröffnen: „So etwas Großes tue ich mir nicht mehr an.“ Insgesamt jedoch möchte er Cronenberg den Rücken drehen und in einem anderen Stadtteil neu beginnen. tah

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