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Wuppertaler Künstler spielen in der Galerie Grölle mit Spiegelungen

Ausstellung : Künstler spielen in der Galerie Grölle mit Spiegelungen

Ausstellung von Jaana Caspary und Wolfgang Flad ist noch bis Ende Juni zu sehen. Aber nur einzeln und nach telefonischer Anmeldung.

Hell fällt das Sonnenlicht durch das Fenster auf eines der Ausstellungsstücke und verleiht ihm einen schönen weichen Schimmer. In einem zarten Lachsrosa ist das Objekt von Jaana Caspary gehalten und trägt – ebenso wie die Ausstellung in der Galerie Grölle – den Titel „reflective exchange“.

Zwei Formen, die sich gegenseitig spiegeln sind die Grundidee. Überwiegend gegenständliche Figuren sind es, die die junge Wuppertaler Künstlerin benutzt. Zwei Sessel stehen sich gegenüber, zusätzlich sind noch die Armlehnen gedreht. Gefertigt aus Acryl, verstärkt und immer wieder bearbeitet, bis die gewünschte Struktur der Oberflächen erreicht wurde. Überwiegend weiche und runde Formen finden sich bei den vier ausgestellten Skulpturen. Auffallend ist auch ihre farbliche Gestaltung. In einem hellen Blau-Metallic leuchtend, springt die Grundform einer Burg ins Auge. So an die Wand drapiert ähnelt das gespiegelte Objekt ein wenig einem dickbäuchigen Weinfass.

Der Betrachter sieht in den Details eine andere Welt

Die zwei Sofas, die von der Struktur her an weiches Leder erinnern, laden zum Platznehmen ein, wenn sie nicht ebenfalls, sich gegenüber stehend an der Wand hängen würden. „Ich habe den Sockel der Grundform angepasst“, erklärt Caspary beim nächsten Objekt, spricht vom Bewegungsmoment und beim, im satten Tannengrün gehaltenen, sich leicht biegenden Objekt, kommen Gedanken an Bäume, die sich im Wind wiegen, auf. In ihren gezeigten Drucken findet sich der Aspekt der sich spiegelnden Elemente ebenfalls wieder.

Wolfgang Flad ist der zweite Künstler, der im Rahmen der Ausstellung seine Werke zeigt. „8“ ist sein gewählter Titel dafür. Auch hier begegnet dem Besucher der Begriff und die Umsetzung der Spiegelung. In kräftigen Spektralfarben eingefärbte Scheiben in unterschiedlicher Größe, zeigen wie im Spiegel den Betrachter wieder und verändern sich, je nach Blickwinkel, komplementär. Der Betrachter sieht sich und die Umgebung gespiegelt und entdeckt bei genauerem Hinsehen eine weitere Welt.

Hinter dem bunten Schein schimmert der reliefartige Untergrund mit seinen unterschiedlichen Strukturen durch. Sie erinnern an Gestein, Lava oder Schwämme und werden durch die wechselnde Perspektive des Betrachters in ein immer neues Licht gesetzt.

Die geplante Vernissage am 4. April konnte nicht stattfinden, doch haben die Künstler und Galerist Jürgen Grölle sich etwas einfallen lasen. Ein kleiner Film führt virtuell durch die Ausstellung. Aber auch live können die Objekte noch bis zum 30. Juni an der Friedrich-Ebert-Straße 143e angeschaut werden. Am besten funktioniert das nach telefonischer Anmeldung.