Wuppertaler kritisieren überfüllte Busse zur Uni

Bergische Universität Wuppertal : Wuppertaler kritisieren überfüllte Busse zur Uni

Studentin Pia Schauer hat eine Umfrage zum Busverkehr in Wuppertal gemacht. Viele haben konkrete Verbesserungswünsche.

Überfüllte Busse, in die keiner mehr zusteigen kann. Bustüren, die kaum zugehen, weil immer irgendeiner in der Lichtschranke steht und wenn sie dann zugehen, das Gefühl, in einer Sardinenbüchse zu stecken. Das alles gehört zum Alltag in öffentlichen Verkehrsmitteln, die in Richtung Campus Grifflenberg und Campus Haspel fahren. „Es ist problematisch, zur Uni zu kommen“, sagt Pia Schauer, die an der Bergischen Universität studiert und fast täglich mit dem Bus dorthin fährt. Die Busse seien in den Stoßzeiten am Vormittag und am Nachmittag übervoll.

„Das liegt an der neuen 20-Minuten-Taktung“, sagt die Studentin. Hinzu kämen die Verspätungen, die durch Überfüllung entstehen. Es gebe zwar Einsatzwagen , die die Studenten zur Uni bringen sollen, aber nur wenige starten am Busbahnhof, an dem viele Studenten mit dem Zug ankommen. Die meisten halten an der Historischen Stadthalle, die nach Angaben von Google Maps über die Bahnhofsstraße in acht Minuten zu Fuß erreichbar ist. Auf dem Weg zum Bahnhof ist das nach Angaben von Pia Schauer ein Problem, „denn dann müssten die Studierenden häufig rennen, um ihren Zug zu erwischen.“

Die Uni-Busse sind teils so voll, dass keiner mehr zusteigen kann

Bequemer ist es also, eine Buslinie zu wählen, die bis zum Busbahnhof fährt, zum Beispiel die Linie 615 oder die 625. „Diese Busse sind in den Stoßzeiten so voll, dass es für andere Fahrgäste nicht mehr möglich ist, zuzusteigen“, sagt Pia Schauer. Gerade in Richtung Universität sei ab der Blankstraße - also zwei Haltestellen nach dem Hauptbahnhof - Schluss mit Zustieg von Fahrgästen. Leidtragende seien auch die Busfahrer, die mit den übervollen Bussen die Wuppertaler Berge nur im Schneckentempo herauffahren könnten.

Um die gefühlte Wahrheit Schwarz auf Weiß zu haben, hat die Studentin eine Umfrage unter 100 Personen unterschiedlichen Alters gemacht, darunter waren auch 22 Busfahrer. 57 Prozent der Befragten beantworteten die Frage, ob es sinnvoll sei, dass die Busse nur alle 20 Minuten fahren mit „Nein“. Zugleich empfanden 80 Prozent die Busse in Wuppertal als zu voll. 83 Prozent der Befragten denken, dass die Busse zur Universität unterbesetzt sind. 85 Prozent sprachen sich für mehr E-Busse aus, die den Hauptbahnhof anfahren. Um die  Situation zu entschärfen, könnten sich 86 Prozent der befragten Personen vorstellen, dass ein 10-Minuten-Takt während des Berufsverkehrs helfen könnte. Das ist auch das erklärte Ziel von Pia Schauer.

Der gesamte Busverkehr könne nicht über den Busbahnhof laufen

„Das Problem ist seit Jahren bekannt“, sagt Holger Stephan, Sprecher der Wuppertaler Stadtwerke (WSW). Es sei jedes Semester ein Thema, wenn Vertreter der WSW mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss der Uni Wuppertal (Asta) zusammen sitzen. Aufgrund des neugestalteten Döppersbergs habe man den Fahrplan im vergangenen November angepasst. „Wir können nicht den gesamten Busverkehr über den Busbahnhof abwickeln“, sagt Holger Stephan. Um die Situation zu entzerren, starten und enden die Uni-Einsatzbusse an der Historischen Stadthalle. „Von da aus sind es ja nur 100 Meter bis zum Busbahnhof“, so der Sprecher der WSW.

WSW: „Es werden nicht alle Wege genutzt“

Wie voll die Busse seien, hänge auch immer vom Wetter ab. „Wir setzen genug Busse ein. Es werden aber nicht alle Wege genutzt“, so Holger Stephan.  Die Taktung sei nicht geändert worden. Sowohl bei den Einsatzbussen für die Uni als auch bei den Buslinien 615 und 625 hätten die WSW nur die Fahrtzeiten angepasst. Angesichts der wiederkehrenden Diskussionen wäre das Projekt Seilbahn „ein Segen für Wuppertal“, sagt Holger Stephan. Das sei „super geeignet“, um die Menschenströme vom Hauptbahnhof abzutransportieren.

Der Asta hatte zur Einführung des neuen Fahrplans im vergangenen November kritisiert, dass nur einzelne Einsatzwagen zum Hauptbahnhof fahren. Es sei zweifelhaft, ob das Konzept der WSW aufgeht, die Haltestellen auf zwei Orte aufzuteilen, heißt es in einer Stellungnahme des Asta: „Nicht nur abhängig von der Wetterlage scheint der Weg über die Historische Stadthalle aufgrund des Anstieges für viele unattraktiver, wenn nicht sogar eine Barriere.“ Der Asta fordert, am Hauptbahnhof Abfahrtstafeln aufzustellen sowie ein Online-Angebot, damit Studenten entscheiden können, von welcher Haltestelle sie abfahren wollen. Außerdem sollten Einsatzbusse „auslastungsabhängig flexibel“ bis zum Hauptbahnhof verlängert werden.