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Wuppertaler Krisenstab warnt vor schnellen Lockerungen ab 11. Januar

Regulärer Schulbetrieb nicht denkbar : Wuppertaler Krisenstab schließt Lockerung aus

Der Lockdown zeigt erste Wirkungen. Auch in Wuppertal ist die Zahl der Neuinfektionen rückläufig. Doch dabei könnte es sich um eine Momentaufnahme gehandelt haben. Johannes Slawig, Leiter des Krisenstabes, und Gesundheitsdezernent Stefan Kühn warnen vor zu optimistischen Erwartungen bezüglich möglicher Lockerungen der Schutzauflagen ab dem 11. Januar.

Zahlen vom Dienstag sprächen gegen die Wiederaufnahme des regulären Schulbetriebs nach den Weihnachtsferien und den Verzicht auf die bis zum 10. Januar verhängten Kontaktbeschränkungen.

Wie es in den Schulen nach den Ferien weitergehen kann, steht nach Einschätzung von Stefan Kühn erst am 7. Januar fest. Für diesen Tag habe das Schulministerium des Landes eine Stellungnahme angekündigt. Dem geht eine Konferenz von Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten am 5. Januar voraus, bei der über das Vorgehen diskutiert werden soll.

Die Lage in den Altenheimen bereitet der Stadt Sorgen

„Wir sind in Wuppertal weit davon entfernt, über Lockerungen nachdenken zu können“, sagt Johannes Slawig. Der Inzidenzwert, das ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen bezogen auf 100 000 Einwohner, sank in Wuppertal zwar bis Dienstag auf 159, aber von einem Wert unter 50, ab dem eine Kommune nicht mehr als Risikogebiet eingestuft wird, ist Wuppertal weit entfernt. Slawig ist vor allem wegen der Lage in den Alten- und Pflegeheimen besorgt. Für 167 Bewohner in Heimen sowie für ältere Menschen, die ambulant betreut werden, lagen am Dienstag positive Corona-Tests vor. Was den Ernst der Lage unterstreicht: 102 Beschäftigte in Alten- und Behindertenheimen sind aktuell infiziert, weitere 100 in Quarantäne. „Diese Zahlen bereiten uns große Sorge, da wir die Versorgungs-Infrastruktur aufrecht erhalten müssen“, so Stefan Kühn. Er geht davon aus, dass sich der Inzidenzwert in den kommenden Tagen eher in Richtung 200 als unter 100 bewegt.

In einer Sondersitzung hat der Hauptausschuss am 10. Dezember beschlossen, dass an allen allgemeinbildenden Schulen und an den Berufskollegs unabhängig von der Schulträgerschaft ab Klasse 8 von der Schulleitung sicherzustellen ist, dass der Mindestabstand von 1,5 Meter im Unterricht zu anderen Personen eingehalten wird.

Die Stadt hat einen entsprechenden Antrag beim Schulministerium gestellt, der bisher unbeantwortet geblieben ist, weil der landesweit angeordnete Lockdown diese und andere Vorschläge aus Wuppertal einbezieht. „Da die räumlichen Voraussetzungen für solche Abstände an vielen Schulen nicht gegeben sind, ist aus unserer Sicht die Alternative der Digitalunterricht beziehungsweise der Wechselunterricht. Wir halten an dem Antrag fest und erwarten eine Stellungnahme des Landes, sollte es Lockerungen des Lockdowns geben“, sagt Johannes Slawig.

Nach dem Impfauftakt für 200 Personen am Sonntag wurden am Montag und Dienstag jeweils 1300 weitere Bewohner und Beschäftigte in Wuppertaler Alten- und Pflegeheimen geimpft.