Wuppertaler Kinderparlament organisiert großes Spielfest

Fest : Spielen und Toben im Zeichen der Kinderrechte

Bei dem Fest rund um das Spielplatzhaus ging es auch um die Arbeit des Kinderparlaments.

1989, also vor 30 Jahren, wurden erstmals die Kinderrechte verbindlich in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Ein triftiger Grund für das Wuppertaler Kinderparlament, im Spielplatzhaus im Schönebecker Busch diesmal nicht zu tagen, sondern fröhlich mit vielen Gästen zu feiern.

Und zwar nach einem Programm, das die jüngsten Parlamentarier zwischen sechs und 13 Jahren selbst zusammengestellt hatten. Klar, dass da Betätigung im Vordergrund stand, nämlich beim Klettern bis in acht Meter Höhe, beim Bogenschießen und Hiphop, bei dem Murat vom Jugendamt den Vortänzer gab und in kürzester Zeit eine gelenkige Schar um sich versammelt hatte.

Auch besondere Gäste hatte man eingeladen, nämlich den Kinderzirkus vom Spielplatzhaus auf der Hardt, wo die jungen Artisten zwischen sechs und 16 Jahren ein- bis zweimal wöchentlich trainieren. Und dementsprechend professionell fiel auch ihr Auftritt mit Tanz und Bodenakrobatik aus.

Vorher hatten die begeisterten Zuschauer auf dem riesigen Freigelände selbst ausreichend Gelegenheit, sich sportlich zu betätigen. So beim „Rotter Biathlon“, der mit kurzen Brettern, auf denen man sich vorwärts bewegen musste, ohne wie auf Schnee zu gleiten, so seine Tücken hatte. Senna hatte den Bogen zwar schnell raus und rutschte dem „Schießstand“ gekonnt entgegen, wo sich das Bogenschießen allerdings als noch tückischer erwies. Anders Larissa (11), die sich als komplette, treffsichere Biathletin erwies und auch beim Klettern unter Murats Leitung die Strickleiter geschickt aufwärts hangelte und sich dann auch, so wie das Vorschrift ist, beim Herunterlassen immer kraftvoll vom Baum abstieß. Alles hundertprozentig abgesichert mit Helm und Haltegurt, selbstverständlich.

Wer es ruhiger liebte, der konnte malen und basteln oder die vielfältigen Spielmöglichkeiten auf dem Gelände auf dem Rott nach eigenen Wünschen nutzen und sich bei einem Rollstuhl-Parcours versuchen. Wobei man feststellen musste, dass für die „Rollis“ auch kleine Unebenheiten oder Stufen nahezu unüberwindliche Hindernisse sind.

Alles organisiert von Sigrid Möllmer und Ute Stricker vom städtischen Ressort Jugend und Freizeit. Von den beiden Damen erfuhr man auch, was es mit dem Kinderparlament auf sich hat. „Die Kinder treffen sich seit 2015 an jedem zweiten und vierten Freitag im Monat von 15.30 bis 18.00 Uhr hier auf dem Rott und seit diesem Jahr an jedem ersten und dritten Freitag von 16.30 bis 19.00 Uhr im Haus der Kulturellen Jugendbildung an der Gräfrather Straße 9b in Vohwinkel“ berichtete Sigrid Möllmer.

Das Kinderparlament hat ein
Auge auf die Spielplätze

„Dort überlegen sie beispielsweise, wie man Verschmutzungen auf den Schul-Toiletten eindämmen kann. Oder sie nehmen aktiv an der Gestaltung geplanter Spielplätze teil“, verriet Ute Stricker.

Gleichfalls zu den Diskussionspunkten gehören auch die Kinderrechte, in denen auch verankert ist, dass der jeweilige Staat alle Mittel einsetzen muss, um die körperliche Unversehrtheit der Kinder zu schützen, dass die Kinder das Recht haben, bei ihren Eltern zu leben, dass Kinder nicht gegen ihren Willen im Ausland festgehalten werden können. Ein kleines Büchlein zu diesem Thema lag in vielfacher Ausfertigung während des Kinderfestes aus, wie auch 111 03 33, die Nummer gegen Kummer.

„Wir können im Kinderparlament noch clevere Kinder zwischen sechs und 14 Jahren gebrauchen“, sagt Ingrid Möllmer und steht bei Fragen gern unter Wuppertal 563 56 37 oder per E-Mail unter sigrid.moellme@stadt.wuppertal.de zur Verfügung. „Und wenn man diesem Alter entwachsen und zwischen 14 und 21 Jahre alt ist, kann man sich auch beim Jugend-Rat einbringen.“

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