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Wuppertaler Karlsplatz: Abriss der Pergola

Elberfeld : Karlsplatz: Abriss der Pergola

Am Karlsplatz muss etwas passieren. Ab Oktober will die Stadt die Pergola samt Begrünung „zurückbauen“, wie es in einem Schreiben an die Bezirksvertretung heißt. Sprich: Sie wird abgerissen.

Dass der Karlsplatz umgestaltet werden muss, darüber sind sich eigentlich alle Beteiligten einig. Anwohner, Geschäftsleute, Passanten, Politik und auch die Stadt. „Der geht gar nicht“, sagen viele, angesprochen auf das Areal an der Rathaus-Galerie. Passiert ist aber seit Jahren kaum etwas. Doch jetzt wird sich optisch zum ersten Mal etwas tun: Ab Oktober will die Stadt die Pergola samt Begrünung „zurückbauen“, wie es in einem Schreiben an die Bezirksvertretung heißt. Sprich: Sie wird abgerissen.

Ein erster konkreter Schritt, der auf viel Zustimmung stößt. „Das wurde auch mal Zeit“, sagt eine Passantin. Auch in der Bezirksvertretung wurde die Ankündigung der Stadt positiv aufgenommen. „Das ist schon sehr sinnvoll“, erklärt Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius (SPD). Und Joachim Knorr (CDU) weist darauf hin, dass seine Fraktion schon vor längerer Zeit einen solchen Vorschlag gemacht habe. Die BV sei sich immer einig gewesen, „dass der Platz offener gestaltet werden soll“.

Freuen dürfte sich auch Domenico Ongeri. Mit seiner Encoteca San Lorenzo ist er Mieter der ersten Stunde in der Rathaus-Galerie. Auf dem Karlsplatz, wo Ongeri seine Außengastro hat, „laufen regelmäßig Ratten“, ärgerte er sich beim WZ-Besuch im vergangenen Jahr. Die Nager beschäftigten mehrfach die BV. Die Ratten, so schreibt nun auch die Stadt, hätten in den Beeten unter der Pergola einen Rückzugsraum gefunden. Mit ein Grund, warum nun der Abriss erfolge, schreibt die Stadt. „Die Pergola war uns schon lange ein Dorn im Auge“, sagt Gunther Stoldt aus dem Rathaus.

Der andere wichtige Grund für den Abriss: Gerade in diesem Bereich werde der Karlsplatz als „Angstraum“ wahrgenommen. „Er ist zu dunkel“, bestätigt Knorr. Zudem werde durch die auswuchernden Pflanzen gar nicht mehr deutlich, dass der Platz auch eine Öffnung Richtung Norden zur Karlstraße hat. „So ein Platz lebt aber nun mal von den Querverbindungen.“ Zudem, so ein Vorwurf, der immer wieder von Anliegern kam, treffen sich an der Pergola immer wieder Trinker.

Michaela Spatz-Feddeck, Center-Managerin der Rathaus-Galerie, ist ebenfalls überzeugt, dass der Abriss der Pergola dem Karlsplatz gut tun werde. Der Eigentümer des Einkaufszentrums will bekanntlich „Wuppertals erste Mall“, die seit Jahren in einer Krise steckt, wieder attraktiver machen. Eine wichtige Rolle dabei spielt auch die Umgestaltung des Karlsplatzes.

Endgültiger Umbau
soll 2024/25 erfolgen

Dafür sei aber noch einiges mehr nötig, als nur der Abriss der Pergola. „Das ist nicht das Ende der Fahnenstange“, sagt Knorr. Der Karlsplatz müsse viel mehr genutzt werden können, „gerade auch für Veranstaltungen“. In der Vergangenheit gab es immer wieder Ideen, etwa für Märkte. Aktuell sei dort kaum etwas möglich, bedingt durch die verschiedenen Ebenen, beklagt Knorr. Auch in Sachen Außengastronomie „geht auf jeden Fall mehr“.

Die Stadt betont in ihrem Schreiben, dass der Abriss nur der erste Schritt sei. Die Umgestaltung des Platzes sei Teil der Qualitätsoffensive Innenstadt. In Themenwerkstätten will sie bald Ideen sammeln, die in einem Bürgerbeteiligungsverfahren konkretisiert werden sollen. Der Karlsplatz unterscheide sich, so Stoldt, von den Nutzergruppen her deutlich vom Von-der-Heydt-Platz oder dem Neumarkt. „Das ist mehr ein Quartiersplatz“, sagt Stoldt, etwa für die Nordstadt und den Ostersbaum. Einen genauen Zeitplan für die Umgestaltung gebe es noch nicht. Die bauliche Umsetzung soll, so schätzt er, allerdings 2024/25 erfolgen. „Danach wird der Karlspatz ganz anders aussehen“, verspricht der Stadtplaner.