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Wuppertaler Karfreitagsprozession wegen Corona nur digital

Tradition : Karfreitagsprozession findet dieses Jahr digital statt

Die Karfreitagsprozession („Passione Vivente“) der italienischen Gemeinde in Wuppertal hat inzwischen eine lange Tradition und zieht jährlich einige 1000 Zuschauer an.

Die Karfreitagsprozession („Passione Vivente“) der italienischen Gemeinde in Wuppertal hat inzwischen eine lange Tradition und zieht jährlich einige 1000 Zuschauer an. 1980 fand die erste Aufführung der Laiendarsteller statt, damals noch in einem kleinen Rahmen. Seit mehr als 40 Jahren zieht die Karfreitagsprozession nun durch Elberfeld. 80 bis 90 Personen sind dabei involviert, vom Darsteller bis zum Ordner. Auf der etwa fünf Kilometer langen Strecke wird die Geschichte des Kreuzweges Christi lebendig. Eine besondere Anerkennung fand die Aktion 2006 durch die Auszeichnung in der Reihe „Land der Ideen“ durch den Bundespräsidenten.

Das 40-jährige Bestehen im vergangenen Jahr konnte nicht gebührend gefeiert werden, die Corona-Pandemie machte die Aufführung unmöglich. „Zu Beginn des Jahres hatte man sich noch getroffen und erste Proben fanden statt. Doch dann mussten wir leider absagen“ bedauert Gemeindemitglied und Sprecherin der Missionare Cattolica Wuppertal, Anna Petrotta. Auch in diesem Jahr kann die Prozession nicht stattfinden, doch die Gemeinde hat sich eine Alternative überlegt. Nicht nur das Komitee, bestehend unter anderem aus den Regisseuren Salvatore Giancani und Calogero Gagliardi, sowie Missionario Angelo Ragosta, suchte nach einer alternativen Darstellungsform.

Jeden Freitag gibt es
neue Sequenzen zu sehen

Da eine Live-Veranstaltung nicht machbar ist, soll wenigstens online die Möglichkeit einer kleinen Teilnahme bestehen. Jeden Freitag wird ein Video mit Sequenzen und Bildern vergangener Aufführungen auf Facebook und Youtube gezeigt. „Ostern fällt nicht aus und viele Gemeindemitglieder sind online unterwegs oder bekommen dabei Hilfe von Kindern oder Enkeln“, so Petrotta.

Rund drei Minuten sind die Filme lang, unterlegt mit Musik und Erklärungen in italienischer und deutscher Sprache. Bewusst wurden sie kurz gehalten, damit sich die Zuschauer thematisch damit auseinander setzen können. In der vergangenen Woche begann die erste der sieben Einspielungen. Zu sehen sind die erste, zweite und dritte Station (Der Verrat des Judas, Das Verhör vor dem hohen Rat, Die Verleugnung durch Petrus) des Kreuzweges.

Die Ausschnitte zeigen die Prozession im Schnee, bei Regen und strahlendem Sonnenschein. Zusammengestellt wurden die Einspielungen von Gemeindeassistentin Flavia Vezzaro. Aus ihrer Feder stammt auch das diesjährige Motto  „Hoffnung in der Zerbrechlichkeit“, bezogen auf die aktuelle Situation. In diesem Sinne ist auch das Gebet am Ende des Filmes zu verstehen: „Noch nie waren wir so zerbrechlich Herr. Bleib bei uns in dieser Zeit. Begleite uns und sei ein Teil unseres Lebens, damit wir dich wieder in den Straßen unserer Stadt verkünden können.“

Bis Ende März werden wöchentlich die Stationen der Karfreitagsprozession in Rückblenden in den sozialen Medien gezeigt.

www.mci-wuppertal.de