Wuppertaler Kabarettungsdienst greift das Thema Klimaschutz auf

Kabarett : Kabarettungsdienst greift das Thema Klimaschutz auf

Talente des Johannes-Rau-Gymnasiums feiern am Mittwoch mit ihrem Programm Premiere. Seit Januar wird dafür geprobt.

Am Mittwoch um 19.30 Uhr heißt es in der Aula des Ganztagsgymnasiums Johannes Rau wieder „Tatütata, der Kabarettungsdienst ist da“. Und zwar mit dem 28. Programm des pfiffigen Schüler-Kabaretts, das am Sonntag vor der Mittwoch-Premiere noch mal unter der Regie von Sebastian Paas und der Chorleiterin Luisa Budner eifrig probte und den insgesamt elf Nummern den letzten Schliff verlieh. Zum Abschluss der Detailproben ließ man das gesamte anderthalbstündige Programm noch einmal durchlaufen. Und man darf den Zuschauern in der Aula schon jetzt 90 unterhaltsame, aber auch nachdenklich stimmende Minuten voraussagen.

Der Titel des 28. Programms, keine Überraschung: „KlimaX“, aber Sebastian Paas, der von Michael Brischke ein anspruchsvolles Erbe übernommen hat, betont: „Das ist nicht das einzige Thema. Die elf Schülerinnen und Schüler haben noch weit mehr auf Lager“, und zwar selbst geschrieben, vertont und auf die Bühne gebracht.

„Die Ideen für dieses Programm wurden zum Teil schon im Januar geboren und im Laufe des Jahres weiter entwickelt“, sagt Paas. Ausgearbeitet und geprobt wurde dann in der zweiten Schulwoche nach den Sommerferien. In Mesum im Münsterland, wo das Ensemble eine Woche in einer alten Villa auch testen kann, ob die drei „Frischlinge“, die neu zur Truppe gestoßen sind, „bühnentauglich“ sind. So wie die15 Jahre alte Tabea Klümpen aus der achten Klasse. „Eine Freundin hat mich angesteckt“, meint sie lächelnd, und wer sie bei der Probenarbeit beobachtet, weiß, was sie meint, wenn sie sagt: „Auf der Bühne wächst man über sich hinaus.“

Ganz die Meinung von Vincent Martens (16), der zum dritten Mal dabei ist: „Man kann da seine Persönlichkeit ausleben“, sagt er und verhehlt nicht den Spaß, wenn er mehrfach in völlig andere Persönlichkeiten schlüpfen muss.

Darüber hinaus bescheinigt er seinen Mitstreitern, dass man wieder eine „ganz tolle Truppe“ habe, denen die gemeinsame Arbeit riesige Freude bereitet. Wenn es gilt den Politikern ob ihrer Tatenlosigkeit in Sachen Klima bissig den Spiegel vorzuhalten, wenn man die „Segnungen“ des Brexit kritisch beleuchtet und sich besorgt die Frage stellt: „Funktioniert ein Land eigentlich ohne seine Mutti?“ Das alles musikalisch begleitet von Katharina Krause, der Virtuosin am Klavier und Keyboard, die dabei auch als Komponistin das Programm bereichert.

Wortwitz, Schärfe und Tiefgang wird den Jung-Kabarettisten seit Jahrzehnten bescheinigt, wobei es immer wieder neue Talente auf die Bühne zieht. Freiwillig, natürlich. Und manchen macht der „Kabarettungsdienst“ so viel Freude, dass sie auch nach absolviertem Abitur noch Kontakt zur Truppe halten. Nina Rudolph ist auch schon Ex-Schülerin, mischt aber noch frech und ausdrucksstark mit beim Programm. Während Sophia Brischke, die Tochter des pensionierten Vaters des Kabarettungsdienstes, und Antonia Massmann nur noch beratend und unterstützend tätig sind und ihren Nachfolgerinnen und Nachfolgern wertvolle Tipps für die geplanten acht Vorstellungen geben können, wie man die eine oder andere Pointe treffsicher platziert. Sophia Brischke will jetzt allerdings eine Ausbildung zur Physiotherapeutin absolvieren, während Antonia Massmann vor ihrem geplanten Sozial-Studium Erfahrungen als Theaterpädagogin machen konnte.

Sebastian Paas, den seine Ensemble-Mitglieder während der Proben übrigens duzen dürfen, ist Lehrer für Deutsch und Pädagogik und will zusammen mit seiner fröhlichen Truppe darauf aufmerksam machen, dass trotz widriger Umstände (Der Umbau der altertümlichen Lehranstalt wurde schon mehrfach verschoben und ist jetzt für 2021 geplant) gute Schularbeit geleistet wird. Und das nicht nur auf der Kabarettbühne des Ganztagsgymnasiums Johannes Rau.

Mehr von Westdeutsche Zeitung