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Wuppertaler Jugendliche entwickeln Ideen für klimaneutralen Schulbetrieb

Elberfeld/Ronsdorf. : Jugendliche entwickeln Ideen für klimaneutralen Schulbetrieb

Zwei Wuppertaler Schulen nehmen an einem Projekt des Wuppertal Instituts teil.

Klimaneutral bis 2050 will man in Deutschland sein, am besten sogar früher. Um wirksamen Klimaschutz in Zukunft zu gewährleisten, haben das Wuppertal Institut und das Freiburger Büro Ö-Quadrat das Projekt „schools4future“ ins Leben gerufen, in dem Schulen bundesweit Strategien erarbeiten sollen, um dieses Ziel in und um ihre Einrichtung zu realisieren.

Wuppertal Institut und Ö-Quadrat betreuen schon seit fast 20 Jahren Projekte zum Klimaschutz an Schulen, weiß Oliver Wagner, Co-Leiter im Forschungsbereich Energiepolitik im Wuppertal Institut. Im Mai hatte sich dann das Bundesministerium für Energie und Wirtschaft bereit erklärt, das Projekt zu fördern. Sowohl die Erich-Fried- als auch die Else-Lasker-Schüler-Gesamtschule konnten sich erfolgreich bewerben. 2021 sollen sechs bis acht weitere Schulen dazustoßen.

Jetzt ist das Ziel, innerhalb von drei Jahren Schülern wie Lehrern das Prinzip des CO2-neutralen Schulbetriebs nahezubringen. „Dafür werden Arbeitsgemeinschaften (AGs) eingerichtet, in denen dann auch Vertreter unseres Instituts zu Gast sein werden, um die Schüler zu unterrichten“, erklärt Wagner, der besonders zufrieden ist, dass es zwei Wuppertaler Schulen sind, die beim Projekt mitmachen.

Jeder Schüler von der fünften Klasse bis zum Abitur-Jahrgang kann teilnehmen. Drei Hauptziele sind dabei vorgegeben. Zum einen soll ein CO2-Fußabdruck des Schulbetriebs gemeinsam errechnet und verglichen werden, gleichzeitig sollen aber auch Maßnahmen entwickelt werden, wie die eigenen CO2-Emmissionen verringert werden können. Etwa sei hier das Thema Mobilität zu nennen, sagt Wagner. „Die einen kommen zu Fuß zur Schule oder fahren mit dem Fahrrad, andere nutzen da eher öffentliche Verkehrsmittel, was weniger umweltfreundlich ist“, ergänzt er. Weitere Themen seien etwa Energieeinsparung oder, dass man beim Mensaessen statt des Schnitzels mal das vegetarische Gericht wählt.

Schüler sollen demokratische Teilhabe kennenlernen

Ziel sei aber ebenso, dass die Schüler in den AGs demokratisches Mitwirken kennenlernen. Denn die Maßnahmen, die erarbeitet wurden, sollen schließlich auch mit Unterstützung der Schulträger, Energiegenossenschaften und weiteren Akteuren umgesetzt werden, sagt Wagner.

Heike Flowerday ist Schulleiterin an der Erich-Fried-Gesamtschule. Sie freut sich, dass ihre Schule an dem Projekt teilnimmt. „Wir haben bereits in den vergangenen Jahren einige Dinge getan, um Klimaschutz zu realisieren“, sagt sie mit Hinblick auf die Photovoltaik-Anlage der Schule. Bei anderen Themen, wie der Mobilität sieht Flowerday hingegen noch Verbesserungsbedarf. Auch der Energieverbrauch kann noch optimiert werden, erklärt sie. Etwa sollen die Fenster neue Dichtungen erhalten, dann müsse weniger geheizt werden.

An der Else-Lasker-Gesamtschule ist Leiterin Dorothee Kleinherbers-Boden ebenso erfreut, dass ihre Schule beim Projekt mitmachen kann. An der Else sieht sie wie Flowerday Aspekte, die sich im Sinne des Klimaschutzes verbessern sollen. Etwa in puncto Mobilität, zudem gebe es zusätzlich viel Müll rund um das Schulgelände oder Schüler vergessen die Wasserhähne auf den Toiletten abzudrehen. Dieses Bewusstsein soll mehr verinnerlicht werden, sagt sie. An beiden Schulen wurden bereits in den vergangenen Jahren AG’s zum Thema Klimaschutz angeboten. Und die Schüler wie Lehrenden zeigen insgesamt eine große Begeisterung über die Teilnahme an „schools4future“, sagen beide Leiterinnen.

Lina Heuermann von der Schülervertretung (SV) der Erich-Fried-Gesamtschule betont etwa, dass der Klimaschutz gerade in ihrer Generation ein besonders wichtiges Anliegen sei.