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Wuppertaler Jugendhäuser müssen mit weniger Kindern starten

Jugendarbeit : Jugendhäuser müssen mit weniger Kindern starten

Das Angebot der Jugendhäuser wird schrittweise hochgefahren. Ohne Anmeldung geht erst einmal aber nichts.

Sie leisten durch ihr vielfältiges Angebot einen wichtigen Beitrag zur Freizeitgestaltung junger Menschen. Die Jugendhäuser im Stadtgebiet sind normalerweise für nicht wenige Kinder und Jugendliche eine Art zweites Wohnzimmer. Umso schmerzlicher war für sie die Schließung der Einrichtungen mit Beginn der Corona-Krise. In den letzten Wochen und Monaten haben sich die Mitarbeiter bemüht, für ihre Schützlinge aktiv zu bleiben und den Kontakt zu pflegen. Mit vielen kreativen Ideen wie Postkartenaktionen, virtuellen Spielenachmittagen und Bastelpaketen blieb kaum Platz für Langeweile. Ab der kommenden Woche soll aber auch der Betrieb vor Ort schrittweise wieder aufgenommen werden. Das ist allerdings nur eingeschränkt und mit Anmeldung möglich.

„Wir müssen schauen, was möglich ist“, sagt Viola Wesseler, Fachbereichsleiterin des städtischen Ressorts Jugend und Freizeit. Es werde in einer ersten Phase Angebote für kleine Gruppen geben. „Dazu laden wir die Kinder ein, die wir schon kennen“, erläutert Wesseler. Keinesfalls könnten die jungen Besucher wie vor Corona einfach ohne Anmeldung vorbeischauen. „Das sind jetzt die ersten Versuche einer neuen Normalität“, betont die Fachbereichsleiterin.

Eltern und Kinder sollen in den Ferien eine Perspektive haben

Falls die Testphase gut laufe, könne das Angebot erweitert werden. Die Stadt möchte Eltern und Kindern insbesondere in den Ferien eine Perspektive geben. „Wir sehen natürlich den großen Bedarf und die schwierige Situation in den Familien“, sagt Viola Wesseler. Gleichwohl seien die Kapazitäten in den Einrichtungen durch die Corona-Auflagen begrenzt.

Das bestätigt Sebastian Herzog, Leiter des Jugendhauses Vohwinkel Mitte. „Unsere Einrichtung ist zwar relativ groß, aber die meisten Räume sind zu klein, um eine Abstandregelung gewährleisten zu können“, berichtet er. Herzog verweist auf die Vorgabe von zehn Quadratmetern Platz pro Kind. Am ehesten seien noch Angebote im Außenbereich zu realisieren. „Wir müssen uns da langsam herantasten“, so der Einrichtungsleiter.

Durch die Internet-Angebote des Jugendhauses sei die Stimmung bei den Kindern und Jugendlichen aber relativ gut. Im „virtuellen Jugendhaus“ können sie sich austauschen, kreativ werden, spielen und sich bei den Hausaufgaben helfen lassen. „Das Interesse ist groß und wir haben immer viele Teilnehmer“, sagt Sebastian Herzog.

Ähnlich positiv sind die Erfahrungen von Nicole Burghoff, stellvertretende Leiterin des Stadtteiltreffs Heckinghausen. Auch hier konnten viele Angebote ins Netz verlegt werden. Dazu gibt es einen Wochenplan, den die Besucher auf der Seite der Einrichtung herunterladen können. „Die Rückmeldungen sind sehr erfreulich, allerdings sehnen die Kinder und Jugendlichen unsere Wiedereröffnung herbei“, so Burghoff. Dabei wird es aber auch im Stadtteiltreff Heckinghausen erst einmal sehr abgespeckt losgehen. „Wir sprechen im Vorfeld mit den Eltern und schreiben die Teilnehmer gezielt an“, kündigt Nicole Burghoff an. Durch das großzügige Raumangebot im Übergangsstandort an der Bockmühle seien die Startbedingungen grundsätzlich günstig.

Statt 125 Kinder kommen
jetzt gerade mal 20

Seinen Betrieb bereits wieder aufgenommen hat das CVJM-Haus in Oberbarmen. Dort werden etwa die Schüler der Katholischen Grundschule an der Wichlinghauser Straße im Rahmen eines offenen Ganztagsangebots betreut. Normalerweise sorgen bis zu 125 Kinder in den Räumen für anständig Trubel. Jetzt sind es gerade 20 junge Besucher. „Das ist für uns momentan die Obergrenze“, sagt Eva Grapentin, pädagogische Leiterin der Einrichtung. Die Kinder hätten die geltenden Hygiene- und Abstandvorschriften bereits gut verinnerlicht. „Die freuen sich riesig, dass sie wieder in der Einrichtung sein können“, betont Grapentin.