Improtheater Impro-Theater punktet mit Weihnachtsshow

Wuppertal · Zuschauer lieferten in der Börse die Regieanweisungen. Es entwickelte sich ein bunter Abend.

 Mit der Weihnachtsaufführung „Alle Jahre wieder“ feierte das B7 Impro-Theater einen gelungenen Abend.

Mit der Weihnachtsaufführung „Alle Jahre wieder“ feierte das B7 Impro-Theater einen gelungenen Abend.

Foto: Fries, Stefan (fri)

Leuchtsterne, Lametta und Tannenbäumchen stimmten auf die Weihnachtsshow der Improtheater-Gruppe B 7 ein. „Alle Jahre wieder“ schmetterten die Spontan-Darsteller, als sie auf die Bühne der Börse kamen. Und da keine gute Weihnachtsfeier ohne Gäste auskommt, verstärkten Fredanko Beyer und Jürgen Boese das Wuppertaler Ensemble. Beide spielen seit Jahren bei der Truppe „Wat Ihr Wollt“ in Oldenburg zusammen. Für seine Solo-Improvisationen gewann Fredanko im vergangenen Jahr einen Preis.

Begleitet von Keyboarder Robert, schüttelten die neun Spieler Sketche und ein komplettes Stück aus dem Ärmel. Zuverlässig lieferte das Publikum die Inspiration. Fürs „Zettel-Spiel“ riefen sie Sätze rein – Filmzitate, auf der Straße aufgeschnappte Bemerkungen und Dinge, die man zu Weihnachten lieber nicht sagen sollte. Damit füllten die Moderatoren ihre Zettel und verteilten diese auf dem Bühnenboden.

Diese Ideen griffen die Schauspieler buchstäblich auf und entwickelten daraus eine Szene auf dem Weihnachtsmarkt. Dort wollte Fredanko das Herz einer Zufallsbekanntschaft gewinnen. Blöd nur, dass er gleich zwei Gegenspieler hatte. Zum einen seinen plärrenden Sohn Jürgen („Wann kommt denn jetzt der Weihnachtsmann?“). Und zum anderen Glühweinverkäufer Sven („Die nimmst du mir nicht weg!“). Doch mit dem„Highlander“-Zitat „Es kann nur einen geben“ sorgte Fredanko für klare Verhältnisse und erntete stürmischen Beifall.

Ehe es tragisch wird, rauft sich
die Gemeinschaft zusammen

Richtig bunt wurde die Show, nachdem jeder der Improvisatoren ein Stichwort zu Tätigkeiten oder Hobbys bekommen hatte. Da wurde Flamenco getanzt und Anrührendes im Chor gesungen.

Damit die Atmosphäre zu Jürgens Waldspaziergang passte, stellten sich seine Mitspieler als Bäume auf. Die Krönung war Niklas, der als Riesenvogel über die Bühne flatterte. „Hier bin ich Mensch“, zitierte Jürgen Goethes „Faust“. Es folgte eine Verbeugung vor Loriots „Jodeldiplom“. Einer der eifrigsten Jodler war Martin – in der Rolle der Kuh „Erna“.

Ihre Einfälle brachten die Zuschauer auch bei der improvisierten „Langform“ ein. Aus der Vorgabe „Mietshaus“ machten sie – so was soll es geben – einen Bauernhof mit vier Etagen. Hofverwalter und Schreiner, ein schwules Pärchen und eine Frauen-WG – auf dem Gut „Winterhöhle“ lebten ganz unterschiedliche Leute. Als Robert düstere Akkorde intonierte, ahnte man, dass sich ein Streit anbahnte. Das Ensemble nutzte das Konfliktpotenzial und gab dem bisher ungetrübten Spaß ernste Untertöne.

Bevor es zu tragisch wurde, raufte sich die Hausgemeinschaft doch noch zusammen. Die Versöhnung wurde mit Rührei und Eierpunsch gefeiert. Was natürlich nahe lag. Schließlich ist Ostern ja schon in ein paar Monaten. Zuvor aber steht die Impro-Truppe wieder auf der Bühne. Am 28. Februar gibt es in der Börse „Blumen, Bienen und B7: Die Frühjahrs-Show“ zu sehen.

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