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Wuppertaler Impfzentrum ist startklar

Campus Freudenberg : Wuppertaler Impfzentrum ist startklar

1000 bis 1500 Menschen können hier pro Tag eine Spritze erhalten - zuerst aber fahren Impfteams in die Pflegeheime. Geimpft werden kann jetzt allerdings noch nicht.

Das Impfzentrum für Wuppertal auf dem Campus Freudenberg der Universität ist startklar. Die Stadt stellte das rund 1000 Quadratmeter große Zelt am Montag der Öffentlichkeit vor.

Einige Tische müssen noch umgestellt werden und die Kühlschränke für die Impfstoff-Lagerung kommen erst am Mittwoch. Ab dann kann der Impfbetrieb jederzeit beginnen – sobald der Wirkstoff ankommt. Die Stadt rechnet damit Ende des Jahres oder Anfang kommenden Jahres.

Johannes Slawig, Leiter des Krisenstabs der Stadt, lobte den schnellen Aufbau innerhalb von vier Wochen, sprach von Rekordtempo: „Wir haben geliefert. Das zeigt, dass wir handlungsfähig sind.“ Slawig, Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Sozialdezernent Stefan Kühn lobten die gute Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen. OB Schneidewind forderte auf: „Nehmen wir das Impfzentrum als Signal der Hoffnung für 2021.“

Rund 500 000 bis 600 000 Euro hat der Aufbau des Impfzentrums gekostet, schätzte Ulrich Zander, Leiter der Feuerwehr und Leiter des operativen Krisenstabs. Die Stadt hat das vorfinanziert, bezahlt werden soll es von Bund und Land.

Das Zelt wurde von einer Spezialfirma aufgebaut, die Feuerwehr hat die Arbeiten koordiniert – in Absprache mit der kassenärztlichen Vereinigung. „Das war eine Mannschaftsleistung“, betonte Tobias Krebber von der Feuerwehr. Die Stadt dankte der Universität, die den Parkplatz auf dem Campus und ein Hörsaalgebäude als „Back-Office“ für die Mitarbeiter zur Verfügung stellt. „Wir sind auch ein bisschen stolz, dass wir das können“, sagte Uni-Rektor Lambert T. Koch.

Das Impfzentrum wird zunächst als Steuerungszentrale fungieren. Denn zuerst sollen Bewohner und Betreute in Pflege- und Behinderteneinrichtungen geimpft werden. Dafür fahren Impfteams vom Freudenberg aus zu den Einrichtungen. Der Impfstoff kommt von einem Landesverteilzentrum zum Wuppertaler Impfzentrum und wird hier aufbereitet.

Ins Impfzentrum darf nur
kommen, wer einen Termin hat

Das Impfzentrum selbst wird erst später in Betrieb gehen. Geplant sind fünf „Impfstraßen“, also Möglichkeiten zur gleichzeitigen Impfung. Fünf Ärzte mit jeweils ein bis zwei Assistenzkräften können dann parallel Spritzen setzen – damit sind 1000 bis 1500 Impfungen pro Tag möglich. „Wir können bis auf zehn, sogar 15 Impfstraßen aufstocken“, so Ulrich Zander. Geschätzt wird, dass sich etwa zwei Drittel der Bevölkerung impfen lassen. Möglich ist das ab 16 Jahren. Für eine Immunität muss jeder zweimal geimpft werden. Die Stadt rechnet mit insgesamt 450 000 Impfungen.

Ins Impfzentrum darf nur kommen, wer einen Termin hat. Dafür wird gerade ein bundesweites Internetportal aufgebaut. Dort wird es auch eine Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen der Impfung geben.

Wer das Impfzentrum betritt, dem wird zunächst die Temperatur gemessen. Im nächsten Schritt werden die Personalien festgestellt und geprüft, ob ein Termin vorliegt. Für die Wartezeit ist ein großer Raum mit vielen Stühlen auf Abstand bestückt. Von dort werden die Besucher jeweils zu einem Arzt gebeten. Nach der Impfung sollen sich gesunde Besucher noch etwa fünf Minuten in einem Nachbeobachtungsraum aufhalten. Nur wer besondere Vorerkrankungen hat, wird länger beobachtet. Insgesamt werde der Impfvorgang für Gesunde etwa 15 bis 20 Minuten dauern, schätzte Ulrich Zander.

Das medizinische Personal im Impfzentrum stellt die Kassenärztliche Vereinigung, organisiert wird das von Düsseldorf aus. Andre Altermann, Internist und Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Kreisstelle Wuppertal, erklärte, dass sich Mediziner freiwillig melden können. „Die Register sind gut gefüllt“, berichtete er. „Die Bereitschaft von Ärzten und medizinischem Personal, mitzuarbeiten, ist gigantisch.“ Der Flaschenhals sei nicht das Personal, sondern der Impfstoff.

Die Aufbereitung des Impfstoffs übernehmen Apotheker und PTAs, organisiert wird das von Klaus Quinke, dem Kreisvertrauensapotheker. Darüber hinaus wird ein Sicherheitsdienst den reibungslosen Ablauf und die Zugangskontrolle sicherstellen.

Das Zelt wird ständig belüftet. „Zweimal pro Stunde wird die komplette Luft ausgetauscht“, erklärte Ulrich Zander. Jeden Tag nach Betriebsschluss wird das Zelt desinfiziert, indem es zwei Stunden lang mit Aktivsauerstoff bei 50 Grad Celsius befüllt wird.