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Wuppertaler Hochschulsport: „Gesundheit ist mehr als Bewegung“

Campus Wuppertal : Hochschulsport: „Gesundheit ist mehr als Bewegung“

An der Bergischen Universität Wuppertal wurde ein studentisches Gesundheitsmanagement entwickelt.

Nicht nur die Studierenden der Bergischen Uni fassen zum neuen Jahr gute Vorsätze – Auch der Hochschulsport der Uni Wuppertal arbeitet auf Hochtouren an einem neuen Konzept, damit die Studenten sich an der Uni noch wohler fühlen können: Im dreijährig angesetzten Projekt „High Five – Studies & Life“ wird mit Hilfe einer Förderung durch die Techniker Krankenkasse ein studentisches Gesundheitsmanagement entwickelt. „Ziel ist es nicht nur, die Studierenden für gesundheitsrelevante Themen zu sensibilisieren, sondern auch die Lebenswelt Uni zu einem Wohlfühlort zu gestalten, an dem sie gern ihre Freizeit verbringen“, so Carina Wittor, die schon während ihres eigenen Studiums an der BUW als Kursleiterin für den Hochschulsport tätig war und nun für die wissenschaftliche Begleitung des Projekts zuständig ist.

„Wir arbeiten bereits seit Jahren daran, gesundheitsfördernde Angebote für Studierende und Beschäftigte bereitzustellen“, so Katrin Bührmann, Leiterin des Hochschulsports – ob durch Fitness- oder Kochkurse, die Teilnahme am europaweiten Projekt „Move more, feel better“ oder Ruhepole wie Hängemattenpark oder Snoozleraum. „Jetzt wollen wir dafür eine wissenschaftliche Grundlage schaffen.“ Im Zentrum des Projekts steht eine umfassende Studierendenbefragung in Form von Fragebögen, Gruppendiskussionen und Interviews. „Wir wollen wissen: Wie geht es unseren Studierenden? Welchen Belastungen fühlen sie sich ausgesetzt? Und ganz klar: Wünsche. Wir wollen eng mit den Studierenden zusammenarbeiten“, betont Anja Steinbacher, Leiterin der Geschäftsstelle Gesunde Hochschule. Obwohl Bewegung für die Gesundheit natürlich eine zentrale Rolle einnimmt, wird nicht nur der physische Gesundheitszustand erhoben: „Ich erlebe im Moment ganz stark, dass Studierende mit dem Uni-Alltag überfordert sind“, berichtet Wittor. Die Rede sei immer wieder von Leistungsdruck, Hektik und fehlenden Rückzugsorten.

Bereits mehr als 1500 Studierende haben in einem Fragebogen Angaben zur Häufigkeit von Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen, Nervosität oder Konzentrationsschwierigkeiten und zum Ausmaß ihres Stressempfindens von verschiedenen Situationen von Prüfungsangst und Zukunftsperspektiven über das Pendeln zwischen Wohn- und Studienort bis hin zur Vereinbarkeit von Studium und Nebenjob, Freizeit oder Familie gemacht. Auch das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Studierenden kommt zur Sprache. Aufbauend auf den Ergebnissen, die im Februar zusammengetragen werden, sollen Ideen für neue und die Verbesserung bestehender Angebote entwickelt werden. „Wir können natürlich nicht von heute auf morgen alles umkrempeln“, räumt Wittor ein. Die Studienergebnisse sollen vielmehr einen Anstoß für langfristige Veränderungen in etablierten Strukturen liefern.

Aber warum sind diese Änderungen nötig? „Es macht einfach Sinn, Gesundheitsförderung in Lebenswelten einzubauen“, erklärt Carina Wittor – seien es Arbeitsplätze, Kitas oder Schulen. „In Unternehmen gibt es dafür inzwischen komplette Management-Systeme.“ Immer mehr Arbeitgeber würden versuchen, mit verschiedenen Angeboten für gesunde, zufriedene Mitarbeiter und damit für weniger Fehltage und ein gutes Betriebsklima zu sorgen. Bisher habe der Fokus dabei auf Berufsgruppen gelegen, die überwiegend Schreibtisch- oder schwere körperliche Arbeit verrichten. Vorausschauender sei es allerdings, schon bei Studierenden anzusetzen. „Gerade zu Anfang des Studiums fällt die Gesundheit schnell hinten über“, weiß Wittor. Für Sport oder gesunde Ernährung fehle neben der Selbstorganisation des Studiums häufig die Zeit. „Außerdem sind Studierende die Führungskräfte von morgen, die Personalverantwortung haben werden“, ergänzt Katrin Bührmann, die bereits erfolgreich in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Gesunde Hochschule eine Gesundheitsförderung für Beschäftigte der Uni etabliert hat. Daher sei es wichtig, frühzeitig ein Bewusstsein für das Thema Gesundheit zu entwickeln, um es später selbst vermitteln zu können. Carina Wittor sieht hierin sogar ein Ziel der Studienzeit: „Es ist auch Aufgabe der Uni, Ressourcen zu stärken und den Studierenden die Möglichkeit zu geben, sich als Personen ganzheitlich zu entwickeln.“